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Es war einmal der Frontmann einer Rockband, der von einer Fee aus den Weiten des Weltalls besucht wurde. Die Fee sagte zu dem Musiker, dass er mit der Frequenz seiner Stimme Frieden auf der Erde stiften und das Böse unter den Menschen auslöschen kann. Gesagt, getan. Von nun an lebten sie friedlich bis an ihr Lebensende. Und wenn sie nicht gestorben sind, macht der Rocker noch Musik bis heute.

So in etwa lässt sich die Handlung von „Rock and the Alien" zusammenfassen. Wer jetzt allerdings ein modernes Großstadtmärchen und überquellende Poesie erwartet, wird ebenso hart aufgeweckt wie Dornröschen aus ihrem 100-jährigen Schlaf: Man hat es mit dieser filmischen Antwort auf Nicoles Grandprix-Hit "Ein bißchen Frieden" mit einem richtig miesen Meilenstein märchenhaften Mülls zu tun. (Man verzeihe mir diese konstruiert wirkende Alliteration.)

Ein in filmischen Dingen eher wenig talentierter Mensch namens Denis Adam Zervos kam 1988 auf die Idee, sich selbst autodidaktisch das Filmemachen beizubringen: Er führte bei „Rock Alien" (so der deutsche Verleihtitel) Regie, schrieb das Drehbuch und spielte nebenbei noch die Hauptrolle in diesem faulen Schmu.

Sänger Tyler (eben Herr Denis Adam Zervos) tritt mit seiner Band „People Eaters" (!) nur in den zwielichtigsten Spelunken auf, bis eben die außerirdische Fee mit dem stylishen Namen Laser (!) auftaucht, die seine Freundin wird und ihm verklickert, dass seine Stimme der Welt Frieden bringen kann und das Böse in Form eines mit Gummimaske und -anzug verkleideten Mannes (!) besiegen kann. Die arme Frau war dafür über 200 Jahre unterwegs (warum weiß keiner) und Russland droht zufälligerweise gerade mit dem 3. Weltkrieg. Verzeihliche Kalter-Krieg-Paranoia der späten 80er könnte man sagen und ein Relikt der damaligen Ängste. Könnte deswegen, weil damit spätestens, wenn am Ende Hunderte von Menschen mit Kerzen dastehen und um Frieden beten zwangsläufig Assoziationen an die selige Hippie-Zeit wach rufen. Und wenn man dann noch bei der substanzlosen Pseudohandlung, die auf der Stelle tritt und immer wieder von ganz netten, aber eher durchschnittlichen Rockmusik-Einlagen von der Tournee der Band unterbrochen wird, versucht, einen Sinn zu entdecken, hat man schon verloren. Langweilig, langweilig, langweilig - und zwischendrin noch etwas dummes Gefasel um Liebe und um Kampf mit entbehrlichen Nebenfiguren. Ja, Kriminalität ist schon eine schlimme Sache - zumal wenn das Verbrechen hier dem Zuschauer in Form eines dummen Films mit blödsinniger Esoterik-Handlung und Bibel-Symbolik angetan wird.

Fazit: Billig-blödsinniges B-Movie mit dem Hang zur Nervigkeit. Ein idiotisches Science-Fiction-Märchen ohne Effekte, ein Drama ohne Dramaturgie - „Rock Alien" ist nur ein unfreiwillig komisches Trash-Filmchen ohne oder nur mit seeeehr niedrigem Unterhaltungswert. Märchen sehen anders aus. Es war einmal ein unbeschmutztes Stückchen Zelluloid, dass durch diesen Film verschändelt wurde.

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