kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 01.06.2014
Dass dieses Gutmenschendrama nach realen Geschehnissen überhaupt einen gewissen filmischen Wert hat, liegt mehr oder weniger nur an Harrison Ford, der als Forscher der Krankheit Morbus Pompe eine starke Show mit dem typischen Ford-Charisma ablegt. Den Zyniker mit gutem Kern tanzt er dem eigentlichen Hauptdarsteller Brendan Fraser nur so vor den Latz, dessen leicht gedunsene Form und traurige Hundeaugen vor allem mit Hilfeschreien beschäftigt sind. Atomwaffe des Filmes ist immer wieder das mitleidig zur Schau gestellte Leiden von Einzelschicksalen; entsprechende Szenen von Kranken und deren Angehörigen, die sich zusammenschließen, winkt man daher eher ab und stellt sich auf die Seite der gemäßigt negativ konnotierten Forscherkollegen Fords, die ihre Arbeit (vollkommen zu Recht) mit Rationalität betrachten.
Immerhin verheddert sich „Ausnahmesituation“ nicht vollständig in Rührseligkeiten, sondern nimmt die realistischen Probleme bei der Forschung und Vermarktung eines neuen Medikaments im Mittelteil durchaus auf. Hier entstehen auch die interessantesten Momente, wenn der eigenbrötlerische Ford und der ehrgeizige, von persönlichen Schicksalen geleitete Fraser Meinungsverschiedenheiten austragen und einen gemeinsamen Nenner finden müssen. Am Ende bleibt ein weitgehend formelhaftes Drama mit einem immerhin sehenswerten Harrison Ford.
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