Eine kleine Gruppe Rentner zieht des Nachts durch die Straßen Suburbias und begattet Mülltonnen und Bäume. Mit einer alten Videokamera wird das frivole Treiben festgehalten…
Regisseur Harmony Korine (GUMMO, MR. LONELY), der maßgeblich an der Entstehung von KIDS und KEN PARK beteiligt war, setzt uns mit TRASH HUMPERS (zu Deutsch: „Müllbumser“) eine schwer verdauliche, kaum unterhaltsame Fake-Doku über den Weißen Abschaum in US-Vorstädten vor. Alte Leute, die Mülltonnen, Briefkästen und Brückenpfeiler penetrieren und an Ästen wichsen, den Nachbarn vor die Einfahrt scheißen, sich ins Koma saufen und bewusstlos auf dem Boden liegen. Nicht minder verstörend ist der Bekanntenkreis der Rentner, wie z.B. ein kleiner, dicker Junge, der irre lachend eine Babypuppe mit dem Hammer bearbeitet oder ein Obdachlosen-Philosoph im Tutu. Eine vorsintflutliche Videokamera zeichnet die Missetaten der perversen Opas auf. Die überaus schlechte Bild- und Tonqualität ist als Stilmittel zu verstehen und lässt den Streifen noch dreckiger und verkommener rüberkommen, als er ohnehin schon ist.
Die asozialen 70-Jährigen sind keine echten 70-Jährigen, sondern nur auf alt geschminkte Schauspieler. Hier muss man unweigerlich an die „Old People“-Kostüme aus den JACKASS-Filmen denken.
Eine Handlung im konventionellen Sinne wird nicht geboten. Das sinnfreie Treiben kommt einer Aneinanderreihung einzelner Geschehnisse oder „Sketche“ gleich, wie wir sie aus den früheren CKY-Filmen oder auch MORDUM und AUGUST UNDERGROUND kennen. Irgendwann laden die Rentner ein paar fette Crack-Nutten ein, versohlen ihnen die Hintern und kuscheln anschließend mit ihnen. Gegen Ende wird dann mal einer versehentlich umgebracht, was aber so beiläufig geschieht, dass es kaum der Rede wert ist. Spannung und Unterhaltungswert halten sich dabei gelinde gesagt arg in Grenzen.
Was will uns der Film also sagen? Will er uns überhaupt etwas sagen? Dass er als Einblick in das vermeintlich wahre Redneck-Wunderland der USA gedacht und somit kritisch gemeint ist, ist wohl am naheliegendsten, obliegt aber der Interpretationswilligkeit des Betrachters. Ferner bedarf es viel Geduld und Wohlwollen, denn, was verstören und schocken sollte, wirkt grob betrachtet nur langweilig und bescheuert. Schafften es Filme wie KIDS, KEN PARK, GUMMO oder MYSTERIOUS SKIN tatsächlich zum Nachdenken anzuregen und ein erschreckendes Portrait des White Trashs abzuliefern, verpufft hier die Wirkung wie ein Pennerfurz. Rentner, die Mülltonnen begatten – Was soll das denn bitte? Soll das witzig sein? Mit 12 Jahren hätt’ ich mich wahrscheinlich weggeschmissen vor Lachen, aber heute…
Die Frage, die sich dem Zuschauer am ehesten aufdrängt, ist also definitiv: Was soll der Scheiß???
Was bleibt, ist weder JACKASS, noch Kunst, noch Kult, sondern einfach nur hirnrissig, fragwürdig und nichts sagend.
Fazit daher:
Experiment fehlgeschlagen! Lasst sofort diese armen Mülltonnen in Ruhe, ihr Perverslinge!