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"Auf jeden Fall sind sie Spitzenpiloten." ... "Aber es passiert nichts."

Ende der 1920er Jahre teilen sich Weltkriegspiloten in zwei Lager auf: Die einen wurden zu Piraten, überfallen Schiffe und rauben sie aus, die anderen zu Kopfgeldjägern und jagen eben diese. Zu letzteren gehört auch Porco Rosso, der bekannt durch seinen schweinsähnlich Kopf und sein fliegerisches Können ist. Nach einem weiteren Triumph gegenüber den Luftpiraten, setzten diese den amerikanischen Piloten Donald Curtis auf ihn an, der nicht nur in der Luft sein ärgster Konkurrent wird. Denn Curtis ist auch an der der hübschen Madame Gina interessiert, mit der Rosso bereits vor dem ersten Weltkrieg befreundet war, als er noch ein normaler Mensch war und Marco hieß.

"Porco Rosso" ist einer der schwächeren Filme von Studio Ghibli. Gerade gegenüber der späteren eigenen Konkurrenz, wie "Chihiros Reise ins Zauberland", erkennt man die inhaltliche Leere und enorme Spannungslosigkeit. Und auch die holprige Erzählweise sowie das offene Ende sind kritisierbar.

So wie viele Animationsfilme von Studio Ghibli arbeitet auch "Porco Rosso" mit fantastischen Elementen, starken Frauenfiguren und einer kindlichen Präsentation. Letzteres macht den leicht abenteuerlich angehauchten Zeichentrickfim allerdings enorm seicht und entzieht ihm die Spannung.
Nur selten lockern geradlinige Luftkämpfe die Handlung auf. Meist sind sie sehr kurz gehalten, vorhersehbar oder unrealistisch akrobatisch. Wie schon das obrige Zitat besagt: Hier passiert einfach zu wenig.

Dabei hat das Ganze Potential. Die Figuren bilden das Herzstück und sind recht charmant präsentiert. Aber auch hier verhindern kindliche, naive Züge die Authentizität und blockieren stattdessen den Zugang. Wenn Piraten und Gauner sich von Kindern überrumpeln lassen oder diese kindgerecht behandeln, ist das weit märchenhafter. Und in diese Richtung geht "Porco Rosso" dann auch. Und das, obwohl immer wieder kurz tiefgründige Themen über politische Hintergründe, die Wirtschaftskrise oder Frauenarbeit durchblitzen. So ganz harmonisch ist das nicht.

Bei seinen Zeichnungen ist "Porco Rosso" dagegen angenehm verträumt. Die westlichen Städte und Landschaften haben etwas von einer malerischen Collage. Manche Bilder sind sehr detailreich, gerade die Bilder von Wasser jedoch etwas spärlich gezeichnet. Die Figuren folgen dem üblichen Ghibli-Zeichenstil, sie haben also etwas kindliches bzw. klassisches mit realistischen Proportionen.

"Porco Rosso" erweist sich leider als enorm langwierig. Zu keiner Zeit will hier so richtig Spannung aufkommen. Dies liegt voe allem an der durchweg kindlich-naiven Präsentation. Keiner der Protagonisten scheint hier jemals einer Gefahr ausgesetzt, die Geschichte weist keinerlei Überraschungen oder Wendungen auf, lässt final stattdessen Handlungsstränge offen. Nur die wirklich malerischen Zeichnungen sind hier schön anzusehen.

3 / 10

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