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THE SHADOW WITHIN aka GHOSTS ist Etikettenschwindel!

Der italienische Gruselfilm (von Horror kann man hier nicht reden) glänzt vorrangig durch seine Set-Gestaltung und die damit verbundene Depri-Atmosphäre. Ständig schwarzgekleidete Depri-Menschen verstärken diesen leidenden Gesamteindruck. Grundsätzlich wäre diese erzeugte Grundstimmung bestens geeignet für eine anständige Gruselmär, die in den Kriegsjahren des 2. Weltkrieges angesiedelt ist. What’s wrong? Mächtig viel geht hier den Bach hinunter! An den Darstellern liegt es nicht. Von denen ist zwar kein einziger ein Sympathieträger, aber auch keine Fehlbesetzung. Winslets Schwester wertet die Besetzung zumindest mit ihrem Nachnamen auf. Völlig daneben ist die Spannungslosigkeit, mit der die Angelegenheit über den Bildschirm schippert. So träge ist gerademal ranziger Käse in der Sonne. Style und Atmo gehen voll klar, die Storyline ist von Standards geprägt unterhaltsam, doch die sprichwörtliche „Kuh“ fliegt hier niemals, sondern bleibt angewurzelt auf der Weide stehen und wiederkäut und wiederkäut. Ich hoffe, mit dem Bild kommt jetzt jeder klar.
Höhepunkte sind dann auch diverse Effekte, wenn die Geister in Aktion treten. Wenn die Augäpfel einiger Darsteller pechschwarz werden, sieht das ja noch einigermaßen gruselig aus, aber es gibt auch „Tricks“, die ein wahres „No-Go“ sind. Einige Geister manifestieren sich als Schatten und jagen so richtig fetzig über das Bild. Boah, das sieht dann so ähnlich aus, als hätte ein 2Jähriger einen Computer-Effect gestaltet – und mit dieser Bemerkung beleidige ich den 2Jährigen noch! Hallo? Der Film spielt zwar 1940, doch müssen die Filmtricks auch so aussehen? Wenn also THE SHADOW WITHIN in Aktion tritt, fühlt sich jeder Genre-Kenner beleidigt, bestenfalls erheitert. Billigste Zeichentrickanimationen kriechen hier über Schnee, Wände und Bettdecke! Schauderhaft wahrlich aber nur im Sinne der Qualität! So sind es auch diese kostengünstigen und lächerlichen Spezialeffekte, die den an sich schon durchschnittlichen Film noch mehr abwerten. Den Streifen mit THE SIXTH SENSE gleichzusetzen, ist ebenso ein Etikettenschwindel wie das rote 18er-Logo auf der Frontcoverseite, das sich auf einen Trailer auf der DVD bezieht und nicht auf den als 16er eingestuften Hauptfilm!

Fazit: Was bleibt nun unterm Strich? Nicht viel! Eine gute Atmosphäre, gruselige Sets und Kate Winslets Schwester reichen einfach nicht aus, um den routinierten Filmkenner bei Laune zu halten. Wer jährlich einen solchen Geisterfilm ansieht und auf Trash-Schatteneffekte steht, kann natürlich bedenkenlos zugreifen und sich das Teil ansehen. Alle anderen ärgern sich, Zeit verschenkt zu haben. Wohlwollende 5 Punkte wegen der Atmosphäre allerdings mit extremer Tendenz zu 4.

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