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1931 starb bei der Geburt der Zwillinge Maurice und Jacques der ‚jüngere‘ Sohn, weil er sich in der Nabelschnur des Bruders erdrosselt hatte. Diesen tragischen Verlust hat Marie Dumont niemals verwunden. Sie macht Maurice für den Tod verantwortlich, ist eine strenge, wenig liebevolle Mutter und hält ihn der Dorfgemeinschaft fern. Nur Monsieur Prevost, der Schullehrer, und seine Gattin, die Dorfärztin, lassen sich nicht abweisen und bemühen sich um den einsamen Jungen.

Seit es die Fulcis und D´Amatos nicht mehr sind ist es doch ein wenig ruhig um den Horrorbereich aus dem Stiefelland geworden. Das der Film hierher kommt verrät er aber kaum. Die Handlung spielt in einem kleinen französischen Bergdorf kurz nach Beginn des zweiten Weltkriegs und das Kate Winslets kleine Schwester mitspielt, läßt auch nicht gerade auf Italien schließen. So haben wir also ein recht tristes Örtchen, die meisten Männer sind an der Front und gleichzeitig greift auch noch eine Diphteriewelle um sich. Na, da möchte man doch gleich hinfahren und dort Urlaub machen.
Gute Laune kommt aber auch bei den handelnden Personen kaum auf. Da haben wir den kleinen Maurice, der sich gerne auch mal in seinen verstorbenen Zwillingsbruder versetzt, was dann durch billige CGI Augenschwärzungseffekte verdeutlich wird. Seine Mutter ist dann auch nicht gerade die Lebensfreude pur, sehr streng und immer noch stark am gestorbenen Zwilling hängend und natürlich den Ehemann vermißt.
Allerdings konzentriert sich Silvana Zancolo (Ist das jetzt Männlein oder Weiblein?) mehr auf die Gruselschiene, als mit literweise Blut um sich zu werfen. Lange Zeit weiß man als Zuschauer gar nicht wohin die Story überhaupt geht. Erst als drei Damen über Maurice zu ihren ebenfalls verstorbenen Kindern sprechen möchten, nimmt die ganze Mär ein wenig Fahrt auf, ohne aber jetzt auf die Temposchiene zu drücken. Das Erzähltempo ist ohnehin bestenfalls als behäbig zu bezeichnen. Slasherfreunde werden sich vermutlich eher langweilen. Der Bodycount ist nicht der Rede wert und der Horror bestenfalls psychologisch. Wer allerdings auf mystischen Grusel steht, kann sich diese Italo-Produktion ruhig mal anschauen.
5/10

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