"The Drunken Master", hier Schnappsnase genannt, verhindert den Selbstmord eines Familienvaters. Der gute Mann will sich ins Jenseits befördern, weil seine Tochter Lin gezwungen werden soll, den häßlichen Yun zu heiraten. Schnappsnase beschließt, dem erpresserischen Yun eine Lektion zu erteilen. Yun übersteht die Lektion nicht. Als Lung auch "Schlappohr" genannt, der Vater des Bräutigams vom Tod seines Sohnes erfährt, schwört er dem alten Trinker Rache.
Einer der vier Filme aus der "Drunken Master"-Collection.
Leider ist es kein "ganzer" Drunken Master-Film, da die oben genannte Rahmenhandlung nur Anfang und Ende des Filmes darstellt. Es ist zwar der echte Drunken Master (Simon Yuen Siu Tin) mit dabei, doch nach besagtem Anfang, der etwas zu heftig in Comedy abdriftet, verschwindet er komplett aus der Handlung bis zum Endkampf.
Das ist nicht schlimm, da wir uns danach mit zwei liebenswert netten Volltrotteln (Cliff Lok, Peter Chan Lung) rumschlagen müssen, die für viel Akrobatik und Lacher sorgen. Die beiden (ein als bärtiger Landstreicher getarnter Polizist mit Schlafmatte auf dem Rücken und ein mittelmäßiger Kung Fu-Kämpfer mit Bambus-Stock als Waffe) lernen sich auf der Durchreise kennen und werden dicke Freunde.
Das Besondere bei den Kämpfen ist, dass sich der Polizist aus den Fights gepflegt raushält und sich darstellt als wenn er überhaupt nichts kann. Um dann trotzdem immer wieder hinter Loks Rücken ihn aus dem Schlamassel rauszuhauen, wobei Lok von den Aktionen natürlich nichts mitbekommt und denkt, er hätte seinen Gegner alleine platt gemacht (Lok ist in allen Kämpfen ständig unterlegen). Das haben wir zwar schon öfters in anderen Filmen gesehen, aber hier wurde diese Thematik meines Erachtens besser ausgearbeitet.
Höhepunkt dabei ist, wenn der Landstreicher aus dem Lokal verschwindet und als getarnter Kung Fu-Mexikaner zurückkommt, um die Situation für ein unbezahltes Essen zu lösen.
Hier und da ist zwischendurch "Schlappohr" zu sehen, der auch noch eine Rechnung mit dem Polizisten offen hat. Ganz klar geht das aus der Story nicht hervor, aus was für einem Grund Schlappohr ihn töten will. Ich vermute, der Drunken Master ist ein guter Freund von diesem Polizisten bzw. kämpft für dasselbe Ziel.
Am Ende taucht dann der alte Säufer wieder auf, ohne dass es irgendwie in die Handlung reingepresst wirkt, und bereitet sich zusammen mit Lok, dem Bambuskämpfer auf den Endkampf vor.
"Schnapsnase und Schlappohr" ist ein wirklich guter Vertreter dieses Genres, wobei doch einige Fehler gemacht worden sind, und ihm eine höhere Wertung vermasseln.
Die Anfangs-Sequenz, in der sich Drunken Master als Braut verkleidet, wirkt viel zu übertrieben. Der Bräutigam schaut dem Alten minutenlang ins Gesicht und bemerkt die Verkleidung nicht. Fans dieses Genres legen bekanntlich nicht viel wert auf die Logik, aber das ist auch ihnen zu viel des Guten.
Von vorne bis hinten ist der ganze Film auf Comedy getrimmt und trotzdem muss zum Ende hingegen ein liebgewonner Hauptcharakter in einem Kampf sterben, der bierernst rüberkommt. Das passt ganz und gar nicht.
Der Endkampf ist ein wenig kurz, ideenlos und spärlich ausgefallen und kann den vorrangegangenen Kämpfen nicht das Wasser reichen.
Diese Sachen sind jedoch leicht zu verschmerzen, da sonst hier für Genre-Fans "Gute Laune Stimmung" auf gehobenem Niveau angesagt ist.
8/10 Kung Fu-Punkte