Review

Inhalt:

Irgendwo in China, in den 20er oder 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Der arme Liu (Wang Han-Chen) ist verzweifelt, und will Selbstmord begehen. Denn er kann nicht verhindern, dass seine Tochter mit dem Sohn des skrupellosen Lung Yung Feng (Lee Hoi San), dem trotteligen Lung Chan (Cheng Kang-Yeh aka Chen Hong), verheiratet werden soll!

Doch kann der alte Meister (Simon Yuen) der Bambusstab-Technik diesen Suizid verhindern, und will Liu helfen.
Bei der Hochzeit nimmt der Alte die Rolle der Braut ein, und erteilt dem Möchtegern-Bräutigam eine Lektion!
Doch dabei kommt Lung Chan unglücklicherweise zu Tode...!

Lung Yung Feng schwört dem alten Meister nunmehr blutige Rache! Doch der Alte ist unauffindbar.
Der Berater (Cheung Hei) von Lung Yung Feng rät diesem, über den Schüler des Alten, dem Alten auf die Spur zu kommen.
Dieser Schüler ist Kwan Chi (Peter Chan), und dieser ist der Anführer einer Eskorte, die den Jade-Schatz des Gouverneurs transportiert.
Diese Eskorte wird von Lung überfallen, und der Jade-Schatz einbehalten. 
Es wird davon ausgegangen, dass Kwan Chi diesen wieder beschaffen will..., und man so an den alten Bambus-Meister ran kommt. Auf Kwan Chi ist zudem von der Regierung ein Kopfgeld von 500 Tael ausgesetzt worden.

An der Seite von Kwan Chi, der verkleidet seinen Häschern entgehen will, steht der gutmütige Chen (Cliff Lok). Die beiden vagabundieren durch die Lande, und können gar zwischenzeitlich die KungFu-Schule von Ko (Chiang Tao), der sich die 500 Tael verdienen will und Chen unterliegt, übernehmen.

Schließlich wird Kwan Chi bei einem Kampf gegen Lung Yung Feng getötet..., Chen gelingt die Flucht.
Da taucht der alte Meister wieder auf, und erfährt vom Tode seines Schülers.
Und so geht schließlich die Rechnung von Lung Yung Feng auf, und er kann den alten Meister zum Kampf stellen.
Lung´s KungFu ist unüberwindlich..., der Alte wird geschlagen, doch gelingt ihm zusammen mit Chen die Flucht.
Chen wird vom alten Meister einem KungFu-Training unterzogen...!

Ein letzter entscheidender Kampf zwischen Chen und Lung Yung Feng ist schließlich unvermeidlich.........


Fazit:

Meine kleine "Drunken Master"-Retrospektive geht weiter......

Im Jahre 1979 entstand für die Studios von "80´s Film Co." des Produzenten Yu Cheng-Chun unter der Regie von Ho Meng Hwa eine weitere, lockere Eastern-Klamotte mit dem legendären "Drunken Master" Simon Yuen. Und diese KungFu-Komödie ist ein leichter, lockerer Spaß zum schnellen Konsum, schnell, harmlos und unterhaltsam. 
Auf diesem Level vermag dieser Film zu gefallen, und ist ein für die Anhänger des Genres passabler Streifen "für zwischendurch".

Mit klaren, hellen Bildern und einfachen Kulissen erzeugt diese Eastern-Komödie eine angenehme Atmosphäre..., es ist halt wieder einer dieser "Wald-Wiesen"-Eastern im kostengünstigem Look und erwartbar niedriger Budgetierung. 
Das macht dem eingefleischten Eastern-Fan nichts aus..., und die einfache Storyline wird von Ho Meng Hwa -eigentlich einer der Haus-Regisseure der Shaw Brothers- stringent verfolgt.

Genreüblich muss der Betrachter erstmal durch manch alberne Commedy-Sequenz, auch Furz-Gags sind zu überstehen, einige Figuren albern überzogen rum..., und genauso genreüblich kommt denn ein Villain, der keinen Spaß versteht, ins Spiel. Und das ergibt die zu erwartende Wendung hin zu einem ernsteren Anstrich und einem Finale "auf Leben und Tod", gleichwohl die Regie dies auch wieder mit Komik zu garnieren versteht.

Ho Meng Hwa wollte einen lustigen Eastern drehen, künstlerisch wenig ambitionierte Unterhaltung bieten, auch die KungFu-Action sollte -und dies sogar bis tief in den Endfight hinein- einen slapstickhaften Anteil erhalten. 
Ho bemüht sich, Komik und KungFu miteinander zu einer Symbiose zu führen, dies ist auch im wesentlichen hier gelungen. Der Betrachter sollte sich darauf einstellen, dann ist der Unterhaltungsfaktor gegeben...., 81 Minuten gehen flott rum, der Betrachter muss oftmals schmunzeln, und muss auch nicht auf ordentliche KungFu-Action -mit Witz angereichert- verzichten.

Dies ist eine Eastern-Klamotte mit dem legendären "Drunken Master" Simon Yuen, mit dem dieser Streifen entsprechend beworben wurde.
Doch ist er nicht die meiste Zeit zu sehen, nur im ersten Drittel und im letzten Segment des Films. Dazwischen geht es um ein Duo, zwei "Buddies" sozusagen, die die Handlung voran bringen, und weitestgehend kongenial miteinander agieren: Cliff Lok und Peter Chan.
Chan wird verfolgt, auf ihn ist ein Kopfgeld ausgesetzt. Lok hilft ihm, beide Männer sympathisieren. Sie vagabundieren umher, und bestehen manchen Fight. Ihre Beziehung steht phasenweise im Vordergrund..., der "Drunken Master" derweil im Hintergrund.
Cliff und Peter spielen das komödial, Peter markiert den etwas wehleidigen Typus, Cliff den lockeren Pfiffikus. Sie machen das gut, sind sympathische Helden, ohne Allüren, ohne "Boah, wie bin ich toll"-Attitüde.
Die leichtfüßige Synchronisation durch Hartmut Neugebauer (Chan) und Elmar Wepper (Lok) tut hierzu ein übriges.

Der "Drunken Master" Simon Yuen ist zwar nicht unbedingt die Hauptperson, spielt seine Rolle gewohnt bärbeißig, koddrig, schlagfertig und dabei doch herzlich..., doch hält er die Dinge auch zusammen. ER ist der Grund für die Auseinandersetzungen..., für die Rache, die ein Villain nehmen will. Der wiederum für das Rache-Motiv des Helden Cliff Lok sorgt.
Eine Komödie..., ja. Aber die Gewalt schaukelt sich auch hier hoch.

Den Villain spielt wieder mal unnachahmlich Lee Hoi San. Die Eastern-Glatze und der "Villain vom Dienst", bringt seine skrupellos-böse Aura wieder ein. 
In China symbolisiert die Farbe ROT die Farbe des Herrschers. So ist er hier stets gewandet..., gepflegt mit polierter Glatze, und auch ein wie immer technisch beschlagenes KungFu einbringend.
Gaststars sind hier Chiang Tao, als japanischer Kampfschulenbesitzer, Cheng Kang-Yeh spielt wieder mal einen trotteligen Typen, und Shaw Brothers-"Nebendarsteller vom Dienst" und -Haudegen Wang Han-Chen ist auch dabei.

Die KungFu-Fights sind rasant und es sind Kampfkünstler am Werk. So sind die Kämpfe auf einem für einen Eastern dieser Gattung durchaus ansprechenden Niveau, und aber auch mit etwas Slapstick durchzogen. 
Kampftechnik und Witz sollten hier eine Symbiose eingehen, und das ist auch gut gelungen wie ich finde.

Am Ende kann Cliff Lok nur mit dem Einsatz von Nudelteig dem KungFu von Lee Hoi San etwas entgegensetzen. Doch ist das Ende brutal..., und so gefriert denn das Schmunzeln des Betrachters, nur Sekunden nach dem Nudelteig-Einsatz. Witz und Härte, Komik und KungFu..., sie stehen somit direkt Nebeneinander. Ein Spagat der schwierig ist, und den Ho Meng Hwa und sein Kampf-Choreograph in dieser Produktion, Chin Yuet-Sang, im wesentlichen überzeugend zu meistern verstehen.

So verdient sich denn diese weitere, locker-leichte "Drunken Master"-Eastern-Komödie sehr ordentliche 6/10 Punkte. 

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