Der von Roland Emmerich produzierte "Arac Attack" ist ein erstklassiger B- und Monster-Movie. Was anderes will er auch gar nicht sein. Denn hiermit wollte Emmerich den alten Monsterstreifen aus den 50ern, 60ern und auch 70ern huldigen. Und diese Huldigung macht höllischen Spaß, zumal man hier haufenweise Zitate zu anderen Kultstreifen vorfinden kann.
Die Einwohner der verträumten Kleinstadt Prosperity in Arizona erleben, wie Unzählige von kleinen Spinnen aufgrund extrem giftigem Biomüll zu gigantischen Monstern mutieren. Als endlich Alarm gegeben wird, mobilisieren Minenbesitzer Chris McCormick (David Arquette) und Sheriff Sam Parker (Kari Wuhrer) die bedrohten Bewohner des Ortes. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen die mordenden Bestien auf...
Preisverdächtig spielt hier keiner, aber dennoch bewegen sich die lokalen Darsteller größtenteils oberhalb des Durchschnitts. Das gilt auch für David Arquette (Crime is King), der als sympatischer Hauptdarsteller einen guten Job macht. Kari Wuhrer (Hitcher Returns) geht als knackiger Provinzsheriff mehr als in Ordnung. Ihre Filmbälger werden von Scott Terra (Daredevil) und Scarlett Johansson (Match Point) dargestellt. Letztere hat ja inzwischen den Durchbruch in Hollywood geschafft und hier kann man sie in einer ihrer früheren Rollen sehen. Ausnahmsweise geht Doug E. Doug (Cool Runnings) einem als Quoten-Neger, der sich allerlei Verschwörungen und sonstigen Kram ausdenkt, nicht auf die Nerven. Die Nebendarsteller wie Tom Noonan (Blutmond), Rick Overton (Beverly Hills Cop) und Leon Rippy (Der Patriot) spielen ihre Part auch solide.
In Sachen Action kann "Arac Attack" auf ganzer Linie punkten. Da wird sich mit Schrotflinte, Kettensäge und Armbrust zur Wehr gesetzt, dass es eine wahre Freude ist. Hätte nur noch die Nagelpistole gefehlt. Am besten haben mir bezüglich der Action die Motorrad-Szenen sowie die Kaufhausschlacht gefallen. Natürlich bleibt da das eine oder andere Filmzitat nicht unentdeckt. Denn hier wird man neben "From Dusk Till Dawn" und "The Texas Chainsaw Massacre" auch an "Aliens", "Freitag, der 13." und "Dawn of the Dead" erinnert. Auch einen kleinen Seitenhieb auf den seinerzeit zur gleichen Zeit laufenden "Spider-Man" darf nicht fehlen. Außerdem weiß Regisseur Ellory Elkayem (They Nest) mit "Arac Attack" prima die Klischees des Genres zu bedienen. So weicht am Anfang der Fahrer des Biomüll-Transporters (damals war es in den Filmen noch Atommüll) einem Hasen aus und verunglückt dann. Dann muss es natürlich noch ein nervendes Balg in bester "Harry Potter"-Manier geben, das so ziemlich alles (und ich mein hier WIRKLICH alles) über Spinnen weiß, dem die Erwachsenen selbstverständlich anfangs keinen Glauben schenken. Die Hauptfigur stammt natürlich auch aus dem Kaff und hat noch etwas Vergangenheitsärger zu bewältigen. Genretypisch wird im Finale dann der Spider Mastermind, oder einfach Ober-Spinne, per Explosion weggegrillt, so wie es sich nun mal gehört. Die Location des Wüstenkaffs fügt sich dann noch prima hinzu, was inklusive dem kultigen Soundtrack den Spaß noch abrundet.
Im Endeffekt ist "Arac Attack" ein schönes Stück B-Movie, das die Klischees und Mittel des Genres zu bedienen weiß, und somit tolle Unterhaltung garantiert, auch wenn es dabei nicht ganz an die "Gremlins"-Filme heranreicht.