Die Monsterspinnen sind zurück in einem luftig-leichten Popcorn-Screamer für alle, die endlich mal unverfänglich an Freund oder Freundin rummachen wollen. Dementsprechend wenig sättigend ist das Ergebnis.
Ich gebe jedoch zu, daß nach dem intelligent durchgeplanten "Arachnophobia"-Spaß kaum noch was zu erwarten ist, wenn es um modernisierte 50er-Monsterklassiker geht.
Viel mehr als die damals will dieser Film auch nicht: schnell mal mittelmäßig Kasse machen mit weitverbreitetem Spinnenekel und bizarren Gags, übergossen mit reichlich CGI-Soße.
Ergo bietet die Storyline nicht mehr und nicht weniger als die guten alten Autokinoreißer: Giftmüll fällt in Teich - vergiftete Wasserkäfer werden auf Spinnenfarm verfüttert - Spinnen wachsen und mutieren und greifen Kleinstadt an.
Die Vorbilder hat man gründlich studiert und sämtliche möglichen Chills und Thrills in ein aktuelles Konzept gepreßt. Natürlich gibt's den geldgeilen Bürgermeister, den aufrechten Heimkehrer, die alte Tante, reichlich Dorfdeppen und einen weiblichen Knuspersheriff mit großem Mädel (Pubertät) und kleinen Jungen (Besserwisser).
Mit der Logik haperts wie üblich, wenn zwar die Spinnen wachsen, aber nicht die Futterkäfer, der Mini-Harry-Potter-Verschnitt aaaaaalles über Spinnen weiß, die Riesenspinne genauuu in die Stollen paßt, die Vogelspinne sogar Stahl zerhacken kann und Hilfssheriff und DJ am Ende flott aus der überrannten Stadt flüchten können, aber darauf achtet man bei dieser Gattung nur nebenbei.
Stattdessen soll das ja nur ein großer Spaß sein, nur klappt das leider in den wenigsten Momenten, wenn etwa Spinne und Katze hinter einer Gipswand einen comichaften Kampf aufführen oder eine Spinne in einem Zelt einen Rentner verfolgt.
Ansonsten probiert die Produktion es mit Spinnenoverkill und tatsächlich sind die Tier- und Actionsequenzen schnell und unterhaltsam genug geraten, um alle Anwesenden wachzuhalten. Trotzdem kann einen die klaglos hingenommene Ausrottung von ca. 95% der Stadtbevölkerung schon befremden und der Showdown in einer Mine (heh, es riecht nach Methan) ist im Vergleich zum Rest des Films bescheiden ausgefallen. Dafür entschädigen aber die Verfolgungsjagd mit den Springspinnen in der Wüste und zahlreiche Voransagegags. Völlig unpassend jedoch die Einflechtung von überflüssigen Genrefingerzeigen wie dem Papagei ("Ich sehe tote Menschen!") oder dem Arsenal der Waffen beim Schlußkampf (Kettensäge, Michael-Maske, Armbrust aus FDTD), aber der Mainstreamzuschauer wird sich freuen.
Insgesamt bin ich froh, daß ich inzwischen noch alles über den Film weiß, so plakativ werden hier alte Schemata abgespult, aber mit einem Flaschbier und dem Willen zu geistlosem Amusement, ist das voll die Show. (6/10)