Review
von Leimbacher-Mario
Zeiten(versch)wende... ?
Nachdem Jerry Bruckheimer und Co. mit „Fluch der Karibik“ alles andere als floppte, sah er die Gelegenheit mehr solcher monumentaler Fantasystoffe auf die Leinwände zu bringen. Für uns Genrefans ist das grundsätzlich nicht falsch, erst recht weil man damals bei einem „Prince of Persia“ auf eine erste wirklich empfehlenswerte Videospielverfilmung hoffen durfte. Und selbst wenn der ganz große Wurf ausblieb - da hat man in diesem Bereich schon ganz anderen Mumpitz gesehen...
Im Vergleich zu den damals herausragenden Games, ist „Prince of Persia“ als Film immer noch schwach. Doch objektiv gesehen, konnte man da wohl nicht viel mehr herausholen - filmisch, schauspielerisch, actiontechnisch. Wir folgen einem jungen Prinz, dem ein magischer, mit Sand gefüllter Dolch in die Hände fällt - mit dem er die Zeit zurückdrehen kann und nun einen Putsch, einen Krieg und die Übernahme des Königreiches verhindern versucht. Nebenbei gibt’s noch atemberaubende Prinzessinnen und lustige Sklaventreiber, sture Brüder und treibenden Sand, coole Moves und orientalische Reiche... „Prince of Persia“ sieht gut aus, vor allem eher die Darsteller betreffend als die (damals soliden) Effekte, er profitiert enorm von seiner Besetzung mit Gyllenhaal, Arterton, Molina, Kingsley, Kebbell, die sicher auch aus viel größerem Mist noch etwas Gold-Glänzendes machen könnten. Doch gerade im Vergleich zu den Resident Evils oder Super Mario Bros' unserer Welt, ist das hier fast schon große Kunst. Abenteuerstimmung kommt durchgehend auf, alles wirkt nie zu artifiziell und glatt und sauber, die Chemie im Cast passt, der Score posaunt mächtig aus den Boxen und das Finale ist sogar recht sinnvoll und clever. Dazu konnte viel des Flairs des Spiels rübergerettet werden, von einzelnen Bewegungen bis zu ganzen Settings. Schade ist nur, dass der Härtegrad nicht etwas höher eingehakt wurde und der legendäre Dolch doch relativ selten zum Einsatz kommt.
Fazit: „Prince of Persia“ ist eine der besseren Videospielverfilmungen seiner Epoche. Und dazu musste nicht erst der grottige „Assassins Creed“ kommen, um das zu untermauern. Episch, verspielt, abenteuerlustig und opulent. Irgendwo zwischen „Die Mumie“ und „Fluch der Karibik“. Zudem ist Gemma Arterton eine der feinsten Schönheiten, die momentan auf dem Planeten wandeln und Gyllenhaal ist ebenso perfekt besetzt. Alamean!