Review

Richard Martin präsentiert mit "Wounded" einen gelungenen Actionthriller, der primär durch sein erfrischendes Wäldersetting zu Beginn und zum Ende hin punkten kann. Die erzeugte Atmosphäre ist ansprechend und kann mit einigen netten Naturaufnahmen auch optisch etwas hermachen. Etwas trister siehts da im dominierenden Großstadt-Mittelteil des Filmes aus: Hier wird nur konventionelle Genrekost geboten, wie überhaupt die ganze Story im Prinzip auch nur nach dem alt bekannten Muster "Tiefschlag-Aufbau-Rache" gestrickt ist. Das stimmig eingefangene Forstsetting verleiht dem ganzen jedoch eine individuelle Note, weshalb es in dieser Hinsicht keine gravierenden Abzüge gibt.
Wohl aber gibt es Abzüge im Actionbetreich, denn hier wird nichts Spektakuläres geboten. Dank rasanter Inszenierung, insbesondere des Niedermachens des FBI-Teams, siehts zwar insgesamt solide aus, echte Klasse und Härte sucht man dann aber doch vergebens. Die Kamera hält selten drauf, Einschüsse geschehen meist im Off und zelebrierte Gewalt oder Effekte (Das Abfackeln der Waldhütte geht wenigstens in die Richtung) gibts mit Ausnahme des eiskalten Showdown auch keine. Hier hätte ich mir trotz aller Spannung und Atmosphäre doch etwas mehr gewünscht!

Leichte Punkteinbußen gibts schließlich noch im schauspielerischen Bereich für Mädchen Amick. Diese gibt sich als rachedurstige Wildhüterin zwar Mühe und darf letztlich auch Rambolike zum Duell auf Leben und Tod bitten, 100%ig abkaufen will man ihr die Rolle aber dann doch nicht. Hier hätte es sicher charismatischere und weniger zierliche Alternativen gegeben!
Nichts zu meckern gibts hingegen in Sachen Graham Greene, der den pensionierten Polizisten wie schon so oft mit aller Routine mimt und im weiteren einem überzeugenden, schön böse dreinschauenden Psychopathen Adrian Pasdar. Die zusätzlichen durchweg eher unwichtigen Nebenrollen gehen ebenfalls ok, tragen aber andererseits auch nichts wesentliches zum Filmgeschehen bei.

Fazit: Spannender Thriller, dem der Zusatz "Action" aber nicht wirklich gerecht wird. Auch ist die FSK18-Einstufung als ziemlich übertrieben einzustufen: Dennoch: "Wounded" sei aufgrund der amtopshärischen Umsetzung und weitgehend überzeugender Darstellerleistungen allen Interessierten empfohlen...

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