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In einem Reservat finden Wildhüter immer wieder tote Bären, die von Wilderern massakriert wurden. Zusammen mit dem F.B.I. versuchen sie, die Täter zu stellen. Als sie auf einen Einzeltäter treffen, sehen sie sich einem eiskalten Killer gegenüber und die Jäger werden zu Gejagten. Einzig Julie überlebt schwerverletzt. Die Reha-Kur verläuft durchwachsen, zunächst ist sie resigniert und sogar lebensmüde, erst durch den Polizisten Nick Rollins schöpft sie neuen Mut, den sie brauchen kann, als sie im Visier des Killers steht. Graham Greene als problembehafteter Cop, vom harten Leben gezeichnet, ist wahrlich etwas viel des Guten, um Sympathien zu erwecken, zumal der Säufer als Vertrauensperson doch fraglich ist. Überwacht vom F.B.I. spielt Julie den mehr oder weniger freiwilligen Köder, dass sie schließlich selbst zur Waffe greift, ist wenig überraschend. Von der mittelmäßigen Glaubhaftigkeit einmal abgesehen ist dieser manchmal sich selbst etwas zu ernst nehmende Thriller ein anspruchsloser, doch als einfache Unterhaltung funktionierender Film, der so seine stimmigen Momente hat. Angefangen von der Action in der Natur a la „Deliverance“ über einen Mittelteil mit Aufstöbern des Killers in der Stadt mit Anleihen beim großen Genrekollegen „Sieben“ bis hin zum theatralischen Rachefinale, immer wieder schafft es Richard Martin, Interesse beim Zuschauer zu wecken. In Kauf nehmen muss man Mädchen Amick („Schlafwandler“) mit Camouflagegesicht als Wildhüterin, die in Selbstjustiz das richtet, was das ganze F.B.I. nicht hinbekommt, was etwas lachhaft wäre, wenn man darüber nachdenken würde. Das Duell der Gerechtigkeit führt immerhin in die tolle Natur zurück, wo Adrian Pasdar als gnadenloser Wilderer Hanaghan noch einmal seine Rolle ausspielen kann, von einem Psychopathen, wie der deutsche Untertitel tönt, ist er jedoch weit entfernt. Seine Beutezüge sind von der Dramaturgie her noch die Highlights, schade, dass gerade am Anfang die Jagdszenen am gelungensten erscheinen. Etwas mehr Action und ein kürzerer Mittelteil um Julies körperliche und geistige Genesung hätte dem Spannungsbogen sicher gut getan.

Fazit: Kaum Tiefgang in den tiefen Wäldern der Rocky Mountains. Die Idee, die am Anfang begeistern kann, hätte mehr als diese Routinearbeit hergegeben. 5/10 Punkten

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