Spannender und schick inszenierter Thriller aus Kanada. Regisseur Richard Martin versteht sein Handwerk, wie man auch ein Jahr zuvor bei " White Tiger " gesehen hat, leider hat er meistens die falschen Drehbücher erwischt, daher bleibt er auch ein unbekannter Faktor in der großen Regiesseurslandschaft. " Wounded " ist zwar eindeutig ein B-Thriller, doch ansehen tut man das dem Film zu keiner Zeit, auch dank einiger promineter Gesichter. Für eine deutsche Kinoauswertung hat es aber nie gereicht.
Story:
Wildhüterin Julie Clayton ( Mädchen Amick ) und ihr Freund Don sind hinter dem brutalen Wilderer Hanaghan ( Adrian Pasdar ) her. Dieser schlachtet wahrlos alle Braunbären ab um die wertvollen Eingeweide dann zu verkaufen. Sogar das FBI greift ein, doch Hanaghan bringt die ganze Gruppe um, nur Julie überlebt schwer verletzt. Doch sie kann noch rechtzeitig in Krankenhaus gebracht werden und überlebt. Fortan denkt sie nur noch an Rache und auch Hanaghan kann keine Zeugen gebrauchen. Bald stehen sich die Beiden erneut gegenüber, in einem letzten Kampf auf Leben und Tod.
Das Beste an diesem kanadischen Thriller sind die brillanten Naturaufnahmen, welche eine ganz besondere Atmosphäre aufkommen lassen. Gedreht wurde natürlich in Kanada, wo uns Martin massenhaft schicke Bilder, oder Kamerafahrten präsentiert. Leider spielt der Film im langen Mittelteil in der Großstadt, nur am Anfang und am Ende kommt man in diesen Genuss. Genau dieser Mittelteil ist auch das Problem des Films, denn der ist viel zu lang geraten. Julie´s Genesungsphase dauert ewig, sie freundet sich mit einem versoffenen Cop an, es folgen viele unnötige Dialoge und der Kampf mit Hanaghan gerät in den Hintergrund. Zwar taucht auch Dieser in der Stadt auf und beginnt Julie ein bisschen zu terrorisieren, doch das lockert die Zähheit nur ein bisschen auf. Immerhin peppt der eingestreute Humor das Ganze noch etwas auf.
Die Action ist zwar sparsam gesetzt, jedoch toll in Szene gesetzt. Hanaghan holt sich in bester Rambo-Guerilla-Manier seine Opfer mit dem Gewehr oder selbstgebauten Fallen, leider blendet Martin immer viel zu schnell weg, so geht die Härte und auch ein bisschen der Ernst der Lage flöten. Überhaupt kann ich die FSK 18 Freigabe zu keiner Zeit nachvollziehen. Aber die Morde von Hanaghan sind immerhin kreativ und die Zusammentreffen zwischen ihm und Julie sorgen für ein paar kleine Shootouts, Hetzjagden und Keilereien. Hier ist auch die Spannung auf hohem Niveau, während im Mittelteil nicht mal solide Spannung vorhanden ist. Leider ist auch Hanaghan viel zu schnell Tod im Finale. Das Ganze wird von einem tollen Score prächtig untermalt.
Mädchen Amick gibt eine sehr glaubwürdige Vorstellung zum Besten, zwischen verletzbarer Frau und hartem Racheengel, noch besser jedoch gefällt mir Adrian Pasdar als fieser Hanaghan. Die restlichen Darsteller bewegen sich auch auf gutem Niveau.
Fazit:
Harter und prächtig in Szene gesetzter Thriller aus Kanada, welcher durch den zähen Mittelteil einiges einbüßen muss. Atemberaubende Kulisse, toller Score, glaubwürdige Darsteller, gute Action und selbst die Spannung ist vorhanden. Richtig stark ist der Anfang und das Finale, wäre doch bloß dieser dumme Mittelpart nicht so lang geraten.
Trotzdem einen Blick wert, bei mir reicht es leider nur für 6,5 Punkte.