Ja ja, manchmal wäre es schon ganz praktisch, wenn man mal die Zeit anhalten bzw. verlangsamen könnte. Sei es um zu verhindern, dass man zu spät zu einem wichtigen Termin kommt, wenn man mal wieder kurz vor Ladenschluss noch etwas einkaufen will, aber der Weg zum Supermarkt viel zu weit ist oder wenn man einfach mal seinen Spaß mit jemanden haben möchte, ohne das derjenige dies mitkriegt. Doch so etwas gibt es leider nicht. Außer in der Welt des Films und dem Teeniestreifen "Clockstoppers"!
"Clockstoppers" ist eine Teenie-Fantasy-Komödie, wie sie im Buche steht. Es gibt Fantasiegespinste die plötzlich Realität werden, viel (zu viel) Blödsinn und einige durchgeknallte aber sympathische Kids, die diese Fantasie-Welt durchleben. Die Geschichte um eine Uhr, mit der sich die Zeit verlangsamen läßt, ist einfältig, total unlogisch und stark löchrig geraten, bietet dabei aber auch viel Platz für unterhaltsame Filmunterhaltung im besten Familienkreis. Den Traum des Zeitanhaltens dürfte wohl schon mal jeder irgendwann gehabt haben und hier wird er nun endlich Wirklichkeit.
Dabei geht es am Anfang allerdings erst einmal nicht so rasant los, wie man es sich denken könnte. In der kompletten ersten halben Stunde des Films, zieht sich das Geschehen müde in die Länge. Vom "Clockstoppen" ist erst einmal gar nichts zu spüren, da man der Vorstellung der Figuren und der dünnen Hintergrundgeschichte etwas zu viel Zeit gönnt und man fast schon gewählt ist, vor Langeweile einzunicken.
Doch sobald es losgeht mit der "Hypertime", wird’s interessant. Es macht Spaß den beiden Hauptfiguren dabei zuzusehen, wie sie allerhand Blödsinn anstellen, wären sie den Zeitablauf auf ein absolutes Minimum gestellt haben. Zwar wird dabei alles auf kindischem Niveau gehalten, doch sein wir mal ehrlich: Wenn wir diese Macht hätten, würden wir da mitunter nicht auch solch höllischen Blödsinn anstellen?;)
Großartig ist dabei aber vor allem auch die Inszenierung des Ganzen. Die Effekte, sehen allesamt absolut fabelhaft und glaubwürdig aus. Wenn Polizeiautos um die Ecke rasen und plötzlich stillstehen und dabei ein Blau-Roter Schweif entsteht, oder Wassertropfen die wie perfekt fotografiert in der Luft zum Stillstand kommen, dann sieht das schon mächtig pompös aus. Zwar sieht hier vieles so aus, als hätte man sich bei der Bullett-Time von Matrix bedient, aber was macht das schon? Es sieht jedenfalls glänzend aus.
Und auch beim Rest hat man sich größtenteils Mühe gegeben. Sowohl die Kulissen, als auch die Ausstattung passen und lassen alles einigermaßen glaubwürdig wirken. Zwar hätte man hier und da noch etwas feilen können, aber wir wollen mal nicht pingelig sein.
Schauspielerisch ist alles auf "normalen" Niveau. Es gibt wirklich niemanden den man groß rauspicken könnte, weder im Guten noch im Schlechten. Alle spielen auf solidem Niveau.
Fazit: Größtenteils unterhaltsame Time-Comedy für Kids, die mit ihren netten Ideen, der passenden, wenn auch löchrigen, Geschichte und den tollen Effekten für gute Kurzweil sorgen kann, aber durch seinen lahmen Start, einigen mächtigen Durststrecken und dem etwas zu kindischen (wenn auch nett anzusehenen) Schnickschnack hier und da, auch nicht unbedingt etwas Besonderes im Genre darstellt. Für das verregnete Wochenende im Kreise der Familie aber dennoch bestens geeignet! Und für Kiddies allemal!
Wertung: 6,5/10