Die beiden Polizisten Jeff Lau [ Sammo Hung ] und Alan [ Alan Tam ] müssen sich nach einer ausgearteten Aktion vor ihrem Chef verantworten und werden zur Strafe auf die Aufdeckung eines brutalen Mordes an einem Homosexuellen angesetzt. Dazu sollen sie im Geheimen und auch noch als Pärchen agieren und werden durch Chu Hui-wen [ Joan Tong ] einem 72h Kurs im Benimm unterzogen. Nachdem sie einige grundlegende Begriffe sowie richtiges Flirten und Gehen gelernt haben, beziehen sie zusammen die Wohnung des Toten und schmeissen sich ins Getümmel. Doch nicht nur der Mörder [ Ridley Tsui mit Batman – Fixierung ] treibt sein Unwissen, sondern auch eine Gangsterbande...
Hinter dem ungewöhnlichen Titel befindet sich eine abstruse Actionkomödie, die sich vom Ausgangspunkt her auf William Friedkins Cruising [ 1980 ] beruft; der Verfilmung des dokumentarischen Thrillers von Gerald Walker über einen Serienmörder in der homosexuellen Szene und einem überforderten Undercover – Cop, der in dieser für ihn neuen Welt als Lockvogel ermitteln soll.
Das Thema wurde bereits 1982 in James Burrows Partners [ DT: Zwei irre Typen auf heißer Spur ] ironisiert; Sammo Hung schliesst sich mit seinem Buddy Picture direkt an, lässt aber beide Polizisten heterosexuell sein und sorgt natürlich hierbei noch für viel weniger Ernst und viel mehr Martial Arts.
Der Film ist sicherlich in seiner Darstellung schlichtweg lächerlich, aber erhebt auch keinerlei Anrecht auf realistische Wirkung und korrektem Umgang, sondern konzentriert sich auf alleinig auf den Unterhaltungswert.
In der hier verkörperten sexuellen Bizarrerie wird zwar durchaus eine eigene Art von Authentizität erreicht, aber keine, die man ernst nehmen kann oder sollte.
Zudem wird die latent vorhandene bzw offen reininterpretierte Homoerotik der meisten Kumpelfilme mit auf die Schippe genommen und bekommt eine andere Variante geliefert.
„Take the butter“
„We don‘t eat butter, thank you“
„Butter is not for eating“
Hung und seine Autoren werden sich keine ausführlichen Gedanken darüber gemacht haben, wen sie diskriminieren oder diffamieren könnten; ob sie mit ihrer nur auf Geschlechtsverkehr fixierten Männerwelt ins Fettnäpfchen treten oder doch mit dem Porträtieren von zumeist weibisch wirkenden Homosexuellen. Sie benutzen das Areal in seiner spezifischen, unpassenden stillage nur als Setting für ihre Travestie. Es mag sein, dass die jeweiligen Illustrationen schlichtweg einseitig sind und zuweilen auch recht aggressiv; aber dafür sind sie auch derartig übertrieben, dass die scharfe Kontrastierung von Anspruch und Wirklichkeit eindeutig klärt, dass das Gezeigte nicht wörtlich zu nehmen ist.
Dennoch sorgt die entstellte und auch verspottende Nachahmung für einen widersprüchlichen Kontext, da dass Setting komplett davon ausgefüllt ist und die Atmosphäre recht gereizt zeichnet. Die Bildsprache ist ebenso eindeutig wie die Dialoge und zielt immer nur auf ein Thema ab; die aufstaute Gier mündet in Gewalteruptionen, in der selten Gefangene gemacht werden.
Diese Hypermaskulinität, Hypersexualität und die gesamte Angriffslust samt den politisch eben nicht korrekten Witzen [egal, wie man dazu steht] ist kein besonders angenehmes Umfeld, so dass eher ein cartoonhaft – raues Zerrbild statt wirklich harmlos – vergnüglicher Unterhaltung gegeben ist.
Abgesehen davon wird auch so ohne Vorwarnung mitten ins Geschehen gesprungen und gleich die härteren Geschütze aufgefahren; allein für die ersten beiden Sequenzen bekommt der Film sein Rating mit Bravour verliehen. Beim Messer im Hals beim ersten Mord wird ebenso draufgehalten [ und durch das Ein- und Ausblenden sogar noch die Wirkung verstärkt ] wie bei der berüchtigten Kettensägenszene, wo einem armen Schergen während einer Razzia doch tatsächlich der Rücken detailliert in glorreicher Grossaufnahme zerfetzt wird.
Dergleichen rabiate Ausschweifungen werden zwar nicht mehr geboten, aber die effect shots preschen auch trotz der nun langsameren und beschwinglicheren Fortführung immer wieder abrupt hervor [ unerwarteter Autocrash, Killer plötzlich vor der Tür ]. Zur Gangart des Einstieges kommt man demzufolge immer wieder in Zwischenschnitten zurück, so dass die gesamte Stimmung nur die Ruhe vor dem Sturm ist. Und der Film auch im Langsamen immer angespannt wirkt, da keine Sicherheit oder eine Ankündigung gegeben ist, der Aufbau fehlt.
Die zwischenzeitliche Auflockerung gelingt durch das aufgezwungene Rollenspiel, dem die beiden Cops unfreiwillig unterzogen werden; die Abneigungen gegen das für sie unnatürliche Denk- und Handlungsmuster und ihr unbeholfenes Plagiiieren der noch nicht einmal realen Lebenssituationen führt zu den ersten Lachern. Da selbst die Realität nur simuliert ist und in der Nachahmung noch einmal abstrahiert wird, sind die Klischees jetzt natürlich noch gröber und durchziehen dann auch in Unmengen das komplette Geschehen. Stereotypen zuhauf, schon in der Hauptbesetzung und dann sowohl in dem Undercoverplot als auch in der zweiten Gangstergeschichte; die vereinfachte Repräsentation schafftt einen schnellen Fortgang ebenso wie die unausgewogene Karikatur der schwulen Szene. Die beiden Cops werden ständig angemacht und müssen sich den Avanchen der recht aufdringlichen Gegenüber allerortens erwehren. Diesselben Szenen werden häufig und meist auch sinnlos wiederholt, nur mit einem anderen personifizierten Vorurteil besetzt. Da gibt es jemand, der „nur reden will“ und sofort den verbalen Sexakt durchführt; jemand der auf Masochismus steht [ und dann auch prompt und dankend Schläge bekommt, die in dem Moment auch noch gerne ausgeführt werden ] und jemand, der sich alles nimmt, was er haben will; notfalls mit Gewalt [ „I‘ll knock you unconscious if this aphrodisiac doesn‘t turn you on“ ].
Das Bewahren ihrer heiligen Jungfräulichkeit ist dem Duo dann auch wichtiger und gleichzeitig schwieriger als die Polizeiarbeit: In Sachen Aufklärung des Falles tanzen die Bad Guys samt Schergen sowie der Mörder im Showdown von ganz alleine bei ihnen an. Dennoch ist die Geschichte diesmal auch einheitlicher als bei Hung üblich; wenn hier einiges an Bedeutungslosem passiert und sich manche Dialoge wie gewohnt ausschweifend nichtssagend gestalten, so hat das immer irgendwie mit dem Grundplot zu tun. Da die sonstige Unzahl an Nebensträngen zurückgefahren wird, kann das Tempo vermehrt angezogen werden; demzufolge ist die Spannung sowie die Anzahl der Actionszenen prompt höher.
Auch hier gilt, dass die anfänglichen Konfrontationen recht kurz und knackig geraten sind, und sich erst zum Ende hin ausweiten. Und auch hier kreieren Hung und seine zusätzlichen Action Directoren Siu Tak Foo / Brandy Yuen eine ausdehnende Standout – Sequenz in einer schuttreifen Lagerhalle, die sich in Sachen schnörkellosen Stunts und Zerstörung gewaschen hat und den Wirkungsgrad auch in seinen eigenen Werken nur selten wieder erreichte.
Die anschliessenden Arbeiten waren bis auf den überdrehten Slickers vs Killers auch allesamt braver und zurückhaltender, bis man später ganz auf den Sitz im Regiestuhl verzichtete. Mag hierbei auch beileibe kein Meisterwerk abgeliefert worden sein, so doch zumindest kein Einheitsbrei; in den brachialen Actionszenen allein merkt man öfters schmerzlich, was einem mittlerweile entgeht.
6.5/10