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Die Arbeit von Drehbuchautoren wird immer wieder unterschätzt, denn bei einem erfolgreichen Film heimsen meistens Regisseur und Darsteller die Lorbeeren ein, scheitert der Streifen, wird der schwarze Peter hingegen oft dem Autor zugeschoben.
Im vorliegenden Fall spielt das Skript mit einigen Klischees und Versatzstücken, nur die Auflösung dürfte einige Betrachter vor den Kopf stoßen.

Joel Brandt (Mathew Lillard) ist Dozent für Filmwissenschaften und selbst erfolgloser Drehbuchautor. Als er eines Tages eine ominöse Nachricht von einem Unbekannten auf seinem Anrufbeantworter erhält, tut Joel dies als makaberen Scherz ab, doch tags darauf stirbt eben jener Mann quasi vor seinen Füßen. Als sich die Mordreihe fortsetzt, stellt Joel eine Verbindung zu einem bestimmten Drehbuch her, jedoch die Polizei wiederum zu Joel...

Es sind durchaus interessante Exkurse in die Filmwelt, welche während einiger Vorträge von Joel angerissen werden: Wie funktioniert der Einsatz des Helden, wodurch wird letztlich Spannung erzeugt und wie wichtig ist der Antagonist letztlich. Einige Punkte vom Film im Film werden direkt in die Tat umgesetzt, denn Joel taugt durchaus als Sympathieträger, während man beim Kreis der Verdächtigen natürlich ein paar auffällige Kandidaten in die Runde wirft, wie etwa Adam, den windigen Immobilienspekulanten oder Millie, die leicht verrückte Studentin, welche oft das Gespräch mit Joel sucht.

Allerdings kommen im Verlauf ein paar Zufälle zuviel zusammen, hinzu gesellen sich einige Unwahrscheinlichkeiten, denn das Timing des Killers im Kontext mit Joels Anwesenheit ist teilweise gar nicht abzusehen. Auch kleine Worträtsel scheinen arg aus der Luft gegriffen, doch immerhin wird der Zuschauer zum Mitdenken aufgefordert, der zwar früh das Motiv erahnt, jedoch beim potentiellen Killer bis zuletzt nicht sicher sein kann.

Und da könnten sich innerhalb der letzten fünf Minuten die Geister scheiden, als am Ende gar drei Möglichkeiten offen bleiben, wie denn nun alles stattgefunden haben könnte. Die reichlich zweideutige Schlusseinstellung lässt zumindest keine definitive Deutung zu und wirft mit nur einer Momentaufnahme alles Vorangegangene über Bord, was jedoch für das Drehbuch spricht, welches im Grunde kleine Hinweise streut, die am Ende wieder einen Sinn ergeben.

Ansonsten hat man es mit einer soliden Inszenierung zu tun, handwerklich unauffällig, jedoch meistens flott und schnörkellos erzählt. Darstellerisch darf man sich mit einem passablen Cast begnügen: Lillard ist als Dozent Joel eine treffsichere Wahl, da er selbst in prekären Situationen nicht über die Stränge schlägt und meistens eher zurückhaltend performt, was auch für Deborah Kara Unger gilt, die als ermittelnde Polizistin einen passablen Job abliefert. Recht gut sind noch Gina Holden als leicht hyperaktive Millie und Serge Houde als mauliger Cop.

"Messages Deleted" erfüllt natürlich manches Klischee eines Thrillers im Serienkiller-Milieu, welche er zuweilen ein wenig selbstironisch durch den Kakao zieht. Ein gewisses Potential zum Mitraten gestaltet den Streifen recht kurzweilig und auch wenn der Verlauf zahlreiche bekannte Muster eher unkreativ abspult, so ist das Zusammenspiel der Figuren, als auch das Streuen scheinbar unwichtiger Aspekte durchaus spannend zu verfolgen.
Ein unterhaltsamer, wenn auch nicht übermäßig innovativer Zeitvertreib, bei dem die grottenschlechte Synchro allerdings dem Originalton weichen sollte.
6,5 von 10

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