INHALT
Nach einem Autounfall wacht die junge Lehrerin Anna Taylor (Christina Ricci) in einem Beerdigungsinstitut auf und wird von dem dortigen Bestatter Eliot Deacon (Liam Neeson) für die Beerdigung hergerichtet. Er besteht auch darauf, dass sie tot ist und sie soll sich keine Sorgen machen und "loslassen".....sie fühlt sich aber noch ganz lebendig und so beginnt ein Drama um die Frage ob sie wirklich tot ist oder nicht. Ihr Freund Paul (Justin Long) fühlt auch dass etwas nicht stimmt und will den Dingen auf den Grund gehen....
BEWERTUNG
In den USA ist der Film wohl gefloppt und hat nur sehr wenig Geld eingespielt. Und das obwohl der von mir geschätzte Liam Neeson, die als Schauspielerin geliebte Christina Ricci und der ordentliche spielende Justin Long mit am Start sind. Die Story an sich ist auch extrem interessant und kreativ und könnte die Basis für einen guten tiefgründigen Psycho-Thriller darstellen. Leider wird der Film diesen Möglichkeiten nicht in allen Belangen gerecht, stellt aber einen sehr hochwertig gefilmten, ruhigen und nicht auf vordergründigen Effekten basierten Film dar. Für Horror Puristen und Gore-Freunde kann der Film nicht empfohlen werden. Wer auf zahlreiche Wendungen in psychologisch geprägten Thrillern mit Fantastik Elementen steht wird hier sehr gut bedient.
Über die Story und den weiteren Verlauf soll nicht zu viel verraten werden sonst wäre der Überraschungseffekt dahin. Der Film ist wie gesagt kein reinrassiger Horrorfilm sondern eher ein morbider Mystery-Psycho-Thriller mit Horror-Elementen. Liam Neeson spielt seine Rolle als Bestatter sehr stoisch-ruhig, ohne viel sichtbare Emotion, fast schon zu mechanisch für die Rolle. Christina Ricci spielt sehr überzeugend in diesem morbiden setup, sie sieht als Leiche oder eben lebendig sehr gut aus. Die den ganzen Film sich durchziehende Zerrissenheit von dem Aufbegehren gegen den vermeintlich eingetretenen Tod bis hin zu dem sanften sich hingeben in das Schicksal spielt sie mit sehr variabler Mimik und dem ihr eigenen morbiden Look der teils sogar an ihre Addams Family Vergangenheit oder auch an die Mystery Filme Ihrer schauspielerischen Neuzeit erinnert.
Nebenbei sei bemerkt, dass für Christina Ricci Fans, insbesondere männlicher Art, sie in der Rolle der Anna in der Leichenhalle sehr oft und eigentlich die meiste Zeit des Film nur leicht bekleidet oder ganz nackt gezeigt wirds. Dies ist zwar wirklich schön anzusehen, aber tatsächlich sind die doch irgendwann sich immer wiederholenden teilweise sehr nahen Kamerafahrten über Ihre unbedeckten Brüste doch zu viel des Guten und man hat wirklich genug davon und es wirkt dann doch selbstzweckhaft obwohl ja doch eine weibliche Regisseurin am Werk ist.
Da die Handlung insbesondere zwischen ihr und dem Bestatter Eliot in einer Leichenhalle stattfindet kommt auch eine intensive kammerspielartige Stimmung im Rahmen einer ansonsten hochwertigen Inszenierung auf. Der Hauptkritikpunkt des Films ist allerdings, dass er den Zuschauer zu oft verdutzt zurück lässt und sehr oft das Traumelement überstrapaziert und ein gerade begonnener Handlungsfaden wird wieder und wieder aufgelöst. Gerade am Ende wirkt er dann sehr holperig und konstruiert und man fühlt sich als Zuschauer hin- und hergerissen.
Die Frage ob sie wirklich noch lebt oder doch tot ist wird durch viele Sackgassen, abrupt aufhörende Traumsequenzen und falsche Fährten zu denen der Zuschauer gelockt wird sehr lange offen gelassen und dann in etwas fahriger und unbefriedigender Weise am Ende gelöst. Die Dialoge sind oft auch etwas platt und Randfiguren werden nicht vollends in die Handlung integriert. Die bislang nur von Kurzfilmen bekannte Regisseurin Agnieszka Wojtowicz-Vosloo macht dennoch für ein Langfilm Debut Ihre Sache erstaunlich gut und der Film kann weitestgehend gut unterhalten. Die o.g. Schwächen sind erträglich sind doch die hochwertige Inszenierung und die guten schauspielerischen Leistungen aller Beteiligten sind mehr als einen Blick wert. Für Fans von Liam und Christina ist der Film auf jeden Fall ein must-see !!
6/10 Punkten