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Der Erfolg der ersten beiden Teile förderte noch weitere Sequels zu Tage, nun durfte sich Anthony Hickox ("Reise Zurück In Die Zeit") an dem Drehbuch, erneut von Pete Atkins, versuchen. Der bringt rockiges Großstadtflair in die Welt der Cenobiten, als der Clubbesitzer J.P. Monroe eine Skulptur erwirbt, mitsamt eingearbeiteter Puzzlebox und Pinhead. Derweil verfolgt die Reporterin Joey Summerskill die blutigen Ereignisse im „Boiler Room“ von jenem großkotzigen Frauenaufreißer J.P., wodurch sie das It-Girl Terry kennen lernt, die wiederum mitsamt magischem Würfel bei ihr einzieht. Was sich im zweiten Teil nur verhalten abzeichnete, nämlich der Schwenk hin zur bunten Massenkompatibilität, wird mit einem Cast voller Hübschis und ebenso glatten Sets fortgesetzt. Poppige, mainstreamige Bilder, dazu noch übler Lachweg-Metal wie von "Armoured Saint", die Reporterstory ist dagegen im Kern gar nicht mal so schlecht. Düstere Fantasien wie noch unter Clive Barker sollte man von den Soapgesichtern nicht erwarten, sondern ein typisches Sequel, das die charakteristischen Elemente wie Würfel, Pinhead, Ketten und eine gehörige Portion Kunstblut beinhaltet. Der Wandlung von Elliot Spencer zu Pinhead wird viel Zeit gewidmet, entmystifiziert und ohne spirituelle Intention machen sich platte Dialoge breit. Wenn es blutig wird, kann da schon mal das Gröbste per Film-im-Film mit dem Kommentar "Es ist zu grauenhaft, um es zu zeigen" außerhalb des Kamerafokus bleiben. Trotzdem wird der Gorehound in einigen Passagen zufrieden gestellt, die ganze Aufmachung macht allerdings mehr Spaß, wenn man das, was den düsteren, weitaus ernsteren "Hellraiser" einmal ausmachte, außer acht lässt und sich unbedarft berieseln lässt. Etwas "Fleisch und die Formen, in die wir es fügen", wie Pinhead es formuliert, gibt es durchaus, gleichzeitig ist dies der zunächst letzte Teil, der überhaupt noch sehenswert ist vor einigen üblen Sequels. Schade, dass Ashley Laurence als Kirsty nicht dabei ist, mit Popcorn und ohne fiese Hintergedanken kann der geneigte Betrachter dafür neue Cenobiten bewundern und Pinhead - Doug Bradley routiniert wie eh und je - als Jesusfigur ist richtig gelungen. Der Weg des Fleisches ist das Ziel.

Fazit: Pinhead wird zur amerikanischen Popikone. Kopf abschalten und reinziehen, den blutigen Spaß. 6/10 Punkten

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