*** Der Text enthält Spoiler ***
Eigentlich wurde die Geschichte mit dem Ende des zweiten Teils zu einem guten Abschluss gebracht, doch war auch Pinhead vor der Franchisisierung sicher und so kam es zu dieser Fortsetzung, der auch noch weitere folgen sollten. Auf dem Regiestuhl nahm diesmal Anthony Hickox Platz, der zuvor den gar nicht mal schlechten „Waxwork“ inszeniert hatte. Clive Barker, der geistige Schöpfer der Welt und ihrer Figuren, war hier nur noch als ausführender Produzent tätig. Sein vermutlich fehlender Einfluss springt einem somit auch die nächsten knapp 90 Minuten immer wieder ins Auge.
Denn Hell on Earth macht vieles anders als seine beiden Vorgänger, dabei aber nichts besser. Das beginnt schon bei der Geschichte. Wie Freddy oder Jason kommt Pinhead eben wieder von den Toten zurück und will sich seinen Würfel schnappen. Hierzu mäht er sich durch einen Nachtclub und endet gegen Ende auf einer Baustelle. Traurig und unwürdig.
Zugegeben, es gibt auch ein paar interessante Aspekte hinsichtlich der Vergangenheit des Figur des Cpt. Elliot Spencer, doch ist dies eher die Ausnahme. Im Gesamten biedert sich der Film einfach nur der Horror-Standardware der 80er an, in welcher der Schurke auch mal einen flotten Spruch loslässt. Die morbide Atmosphäre, bizarre Ereignisse und die Bedrohlichkeit der mysteriösen Cenobiten – all das sucht man hier vergebens. Die Schar der ledergewandeten Mitstreiter sind Karikaturen ihrer Vorgänger, wenn auch die Maskenbildner sich kreativ austoben durften. Sex und Gewalt sind auch hier wieder Themen, doch ohne diesen gewissen Unterton, den die Vorgänger innehatten.
Statt Ashley Laurence als Kristy, die nur in einer Videoaufzeichnung in Erscheinung tritt, bekommen wir Terry Farrell als Reporterin in der menschlichen Hauptrolle, die immer schön von A nach B geschickt wird und ansonsten nicht viel zu tun hat. Weitere Figuren, wie der Nachtclubbesitzer Monroe oder die latent nervige Terri sind Beiwerk. Doug Bradley verkörpert Pinhead zwar mit gewohnter Präsenz, in seiner fast schon gut gelaunten Art aber auch etwas out of character; als Cpt. Spencer ist er immerhin auch mal in natura etwas länger unterwegs und gibt der Figur mehr Vergangenheit.
Musikalisch gibt es, passend zur Ausrichtung am Mainstream, rockige Untertöne von u. a. Motörhead und einem Auftritt im Film von Armored Saint. Der klassische Score von Randy Miller bleibt hier auch eher unauffällig. Die Effekte schwanken zwischen gut und nicht wirklich gelungen, treten dafür allerdings in Massen auf. Hell on Earth setzt mehr denn zuvor auf Action und Tempo, was dem Treiben letztlich doch einen gewissen Unterhaltungswert bringt.
Es ist ja nicht alles schlecht. Der Film hat an sich einen guten Fluss und grundsätzlich sehe ich den Cenobiten, allen voran dem ikonischen Pinhead, gerne bei der Arbeit zu. Und wäre es kein Hellraiser-Film, der mit der Klasse der ersten beiden Teile beladen wäre, so hätte man unterm Strich einen doch okayen, flotten Horrorfilm mit annehmbaren Effekten und einigen blutigen Einlagen, der zwar mit bekannter Formel, aber auch ohne großen Leerlauf daherkommt.
Wenn man sich damit arrangieren kann, fein. Ich kann es leider nicht so ganz.