Greenberg (Ben Stiller) ist um die 40, ehemaliger Musiker, gerade aus der Nervenklinik entlassen und nun bei seinem Bruder in L.A. zu Gast, um auf dessen Haus aufzupassen, während der Bruder mit seiner Familie in Vietnam Urlaub macht. Greenberg hat sich vorgenommen, bis auf Weiteres "erstmal garnichts zu machen". Und so hängt er ab, trifft ehemalige Musiker-Kollegen und Freunde, geht auf Partys oder gibt selber welche, geht mit dem Hund spazieren und lernt nebenbei das Hausmädchen seines Bruders (sehr charmant: Greta Gerwig) näher kennen.
Mögen Sie Ben Stiller? Da gehen die Meinungen ja auseinander. Denn während die einen denken "immer gern gesehen" sagen die anderen "kann ich nicht mehr ertragen". Ein Phänomen, das z.B. auch auf Nicolas Cage oder Jim Carrey zutrifft, die ich persönlich auch sehr schätze.
Wenn man dem Film böswillig gegenüber steht, könnte man sagen, da passiert doch überhaupt nichts, wo ist die Story, was will mir der Film bzw. Regisseur sagen, und warum verhält sich Greenberg teilweise so bescheuert?
Wenn man den Film allerdings mag (wie ich), erlebt man eine unterhaltsame Momentaufnahme teilweise neurotischer Existenzen in der Großstadtmetropole Los Angeles, begleitet sie ein paar Wochen in ihrem Leben und erkennt sich unter Umständen in der einen oder anderen Szene selbst wieder. Greenberg ist mal witzig, mal anstrengend, scheint mitunter nicht mehr alle Tassen im Schrank zu haben, dann wieder agiert er völlig nachvollziehbar im Umgang mit Freunden oder in bestimmten Situationen und schafft es mal wieder, eine neue und dennoch typische "Ben-Stiller-Filmfigur" zu entwerfen, die mich amüsiert und bestens unterhalten hat. "Man muss hinter den Kitsch blicken können" sagt Greenberg am Anfang des Films während im Hintergrund "It never rains in Southern California" von Albert Hammond erklingt. Genau!
Fazit: Momentaufnahmen unterschiedlicher, interessanter Großstadtmenschen in ihren jeweiligen Lebenssituationen, mit witzigen Dialogen und guten Darstellern, die die eigentlich nicht vorhandene Story mit umwerfender Leichtigkeit vortragen. Wer nicht zuviel erwartet, wird angenehm überrascht werden. 8/10