Kaum ein Mythos hat Genreentwicklungen in den Bereichen Horror und Science Fiction so geprägt wie Lovecrafts Necronomicon, den bekanntesten Part des Cthulhu-Mythos.
Fans des US-amerikanischen Autors fühlen sich heute noch von seinen anspruchsvollen Werken inspiriert, wieder andere versuchen ihn in eher schlichteren Werken zu huldigen, wie im vorliegenden, komödiantisch ausgerichteten Fan-Film.
Die zwei Nerds Jeff und Charlie sind völlig überrascht, als eines Tages ein alter Professor in ihrer WG steht und Jeff unterbreitet, er sei der letzte Nachfahre Lovecrafts. Mitgebracht hat er ein magisches Relikt, welches Jeff unter allen Umständen vor den Fischmonstern beschützen muss, damit die Macht Cthulhus nicht die Welt zerstört, doch die Mutanten haben sich bereits an ihre Versen geheftet…
Besonders gute Laune verbreitet das erste Drittel, als auf einer kleinen Yacht zwei Typen gekrallt werden und die Anti-Helden beim gemeinsamen Arbeitgeber in Form von Richard Riehle mit ein paar temperamentvollen One-Linern ins Geschehen geworfen werden.
Zwei Außenseiter wie aus dem Bilderbuch, ausgestattet mit ein paar schlagfertigen Dialogen und passabler Situationskomik, die noch besser zündet als der dritte Nerd Paul hinzukommt, an dem sich die beiden Hilfe suchend wenden. Das spezielle Verhältnis zu seiner fluchenden Oma sorgt binnen kurzer Zeit für einige Lacher, nur leider verkommt Paul im Verlauf zunehmend zur Randfigur.
Storytechnisch bietet die Geschichte eher etwas für echte Fans von Lovecraft und auch einige Gags entpuppen sich als Insider für wahre Nerds. Demzufolge dürfte der Cthulhu-Mythos bei unbedarften Zuschauern viele Fragen aufwerfen, da sich im Kontext nicht ergibt, mit welchen Zielen die Monster und Mutanten unterwegs sind und welchen genauen Zweck das alte Relikt erfüllen soll. Die Beweggründe der großen Alten werden lediglich angerissen und auch der Kult um Cthulhu selbst dürfte bei Genreneulingen einige Fragen aufwerfen.
Allerdings wird trotz der eigenwilligen Thematik für ein konstant hohes Tempo mit der Konzentration aufs Wesentliche gesorgt. Das Zusammenspiel der sympathischen Figuren bildet ebenso einen Pluspunkt, wie die beherzt agierenden Mimen, der die Spielfreude sichtlich anzusehen ist.
Nur leider flacht die Erzählung zusehends ab und liefert kaum Höhepunkte, auch wenn die Latex-Fischmonster schön trashig gestaltet wurden und ab und an sogar ein wenig Blut fließt.
Das unterstreicht auch der Showdown, welcher viel zu hektisch abgehandelt wird und ziemlich abrupt endet.
Inhaltlich kommt also nicht allzu viel herum, bei der die Mythologie Lovecrafts im Vordergrund steht und Fans des Autors gewiss mehr angesprochen werden als Außenstehende. Trotz des überschaubaren Budgets und der eher bescheidenen Ausstattung hätten einige Spitzen und etwas weniger Insider-Talk der Geschichte gewiss gut getan, denn das Zusammenspiel der Figuren lässt durchaus Momente des Schmunzelns zu und auch die treffend besetzten Mimen sorgen größtenteils für lockere Stimmung.
Von Fans für Fans, - alle anderen dürften mit diesem harmlosen Trash-Werk wenig anfangen können, auch wenn latent gute Laune mitschwingt.
5,5 von 10