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Ganze 8 Jahre ist es her, das Mel Gibson (Lethal Weapon, Mad Max) sich die Ehre auf der Kinoleinwand gab. Nun kommt er unter der Regie von Martin Campbell (Casino Royale, Flucht aus Absolom), welcher sich ebenfalls eine 4 jährige Schaffenspause gönnte, wieder zurück. Und das is guter alter "Payback" Manier.

Cop Thomas Craven (Gibson) freut sich seine Tochter nach einigen vergangenen Zeiten wieder in die Arme zu schließen. Diese Freude ist allerdings nicht von langer Dauer. Töchterchen Emma (Bojana Novakovic, Drag me to Hell) verheimlicht Daddy etwas verheerendes. Kurz nach der Ankunft im väterlichen Heim bricht Emma mit starkem Nasenbluten und dazugehörigem Farbverlust im Gesicht zusammen. Rasch packt Craven den Sprößling unter die Arme und läuft vor der Haustür in einen Hinterhalt. Ohne Vorwarnung wird Emma kaltblütig erschossen und stirbt in Tom's Armen. Von den Tätern keine Spur. Die Kollegen und auch Tom selbst gehen davon aus, das der Anschlag eigentlich ihm golt, dem ist aber mitnichten so. Mit unzähmbaren Rachegelüsten macht sich Craven auf die Suche nach dem Täter und stößt dabei auf eine Verschwörung, die bis in die staatliche Chefetage reicht.

Mel Gibson is back! Emotional hundertprozentig auf der Höhe und knallhart in der Ausführung schlägt, tritt und ballert sich Gibson durch die knappen 120 Minuten Film. Natürlich nicht mehr mit dem Eifer, welchen er noch vor 11 Jahren in "Payback" als 43-jähriger an den Tag legte. Er kommt halt auch in die Jahre. Dennoch ist die Leistung durchaus ansprechend. Er kämpft mit harten Bandagen, aber im Rahmen eines Mittfünfzigers. Trotz der hammerharten Story lässt es sich Regisseur Campbell aber nicht nehmen, Gibson's Charakter mit dem für ihn typischen zynischen Witz auszustatten. Jene kommen aber so auf den Punkt, das sie keinesfalls unangebracht scheinen. Sie bringen die Story nicht voran, lockern die Geschichte aber auf.

Die Nebenrollen sind bis ins Detail gut bis solide besetzt. Natürlich steht und fällt der Film mit der Leistung Gibson's. Als zwielichtigen, aber durchaus sympathischen Gegenspieler bekommt Gibson nun Ray Winstone (King Arthur, The Proposition, Departed) als eiskalten Profi-Killer zur Seite gestellt. Die Spannung bei den Gesprächen der beiden ist förmlich zu spüren. Der Italiener Danny Huston (Kampf der Titanen, Wolverine, Aviator) mimt den Ekelhaft-Fiesen Konzern Chef Bennet mit dem dazugehörigen Arschlochpotenzial. Der Rest des Casts ist austauschbar. Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich nennenswert.

Kommen wir zu den Kritikpunkten. Die Story ist, besonders wenn man selber Vater ist, extrem hart. Man fühlt mit dem Charakter Craven mit und malt sich aus, was man selber täte, sollte einem dieses Unglück zustoßen. Dennoch hat sie mehr als nur eine Länge. Die Morde (insbesondere der an Tochter Emma) sind knallhart und sehr blutig inszeniert. Wundert mich, das "Edge of Darkness" in Deutschland eine FSK 16 Freigabe erhalten hat, zumal die Storyline der Selbstjustiz meißtens Magenschmerzen bei der guten alten FSK hervorruft. Das ist allerdings kein Kritikpunkt. Neben der hohen Laufzeit von knappen 120 Minuten stört vorallem das in meinen Augen unbefriedigende Ende sauer auf. Wenn ein Film "Edge of Darkness" oder in deutsch "Auftrag Rache" heißt, dann erwarte ich ein nicht geringer pushendes Massaker wie in "Death Sentence" oder "Deadly Revenge". Hier in Campbell's "Edge of Darkness" kommen die Bösewichter einfach zu harmlos davon. Die hätten definitiv mehr leiden müssen. Der Schluss ist dann wieder viel zu hervorsehbar aber dennoch ganz nett geworden.

Fazit:

"Edge of Darkness" ist leider nicht der erhoffte große Wurf, dennoch ein unterhaltsamer Revenger für die große Kinoleinwand. Mel Gibson ist zurück und widmet sich auch mal wieder dem Spiel vor der Kamera. Das soll aber nicht heißen, das er den Platz hinter der Kamera aufgeben soll. Da ist er meiner Meinung nach genauso gut wie davor.

7/10

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