"Da draußen ist jemand bewaffnet und gefährlich." ... "Was glaubst du, was ich bin?"
Detective Thomas Craven (Mel Gibson) wird Zeuge der Ermordung seiner eigenen Tochter Emma (Bojana Novakovic). Während seinen Ermittlungen entdeckt er, dass Emma radioaktiv verseucht wurde. Verbissen recherchiert er weiter. Bereits die Befragung von Emma's Arbeitgeber Jack Bennett (Danny Huston) in einer Atomforschungseinrichtung lässt Fragen über den Geschäftsführer und die Forschungen offen. Der plötzliche Besuch des Regierungsagenten Darius Jedburgh (Ray Winstone) bestätigt ihm dann, dass er etwas Größerem auf der Spur ist. Einem Skandal, der bis in höchste Regierungskreise reicht.
Die grundlegende Geschichte von "Auftrag Rache“ ist konzeptionell gelungen, wenn auch relativ typische Kost. Das Motiv der Rache durch den Verlust eines Familienmitgliedes ist nicht neu, dennoch immer wieder ein glaubwürdiger und dramatischer Ausgangspunkt. Diesen nutzt Regisseur Martin Campbell ("Casino Royale") auch tatsächlich für einen drastischen Auftakt. Der Rest des Thrillers lässt jedoch zu wünschen übrig, denn eine ähnliche Intensität wird bestenfalls erst wieder im Finale erreicht.
Das primäre Problem liegt am einfallslosen Drehbuch. Zu oft beschleicht den Zuschauer das Gefühl alles schon einmal gesehen zu haben. Innovation entdeckt man zu keinem Zeitpunkt, überwältigende Überraschungen ebensowenig.
Die Handlung schickt Protagonist Craven von einem Ermittlungsort zum anderen um ihn dort mittels aufgesetzter Dialogen Verdächtige verhören zu lassen. Dazwischen tummeln sich Bruchstücke, welche die Vater-Tochter Beziehung beschreiben, die Handlung allerdings nicht vorwärts bringen. Mit der Zeit wird dieser sich wiederholende Ablauf ermüdend.
Nur vereinzelt finden sich kleinere Actionsequenzen die zwar brachial präsentiert werden, allerdings viel zu schnell wieder vorbei sind. Von knackigen Schusswechseln, über fragwürdige Verhörmethoden bis zu platten Exekutionen ist alles dabei, was das klischeehafte, polizeiliche Ermittlungsverfahren hergibt. Spannung kommt da nur selten auf.
"Auftrag Rache“ mangelt es einfach an echten Höhepunkten und einer strikteren Erzählweise. Bemüht wird eine Nebenhandlung um den dubiosen Beamten Jedburgh aufgebaut, die scheinbar für den charakterlichen Aufbau der Gegenseite Craven's angedacht war, so wie sie präsentiert wird allerdings ihrer Funktionalität beraubt ist. Allgemein ist die Figurenzeichnung grob und die sentimentaleren Abschnitte somit oberflächlich ausgefallen.
Daneben begleiten den Film einige Unstimmigkeiten, was schon damit anfängt, dass der Protagonist seinen Vergeltungszug unbehindert fortführen kann.
Nach fast 7 Jahren Pause vor der Kamera ist ein sichtbar gealterter Mel Gibson ("Braveheart", "Signs") das erste was auffällt. Die Kamera fängt sein schütteres, leicht graues Haar und seine mittlerweile tiefen Falten unschön ein. Auswirkungen auf seine Qualität hat dies aber nicht. Der Fokus von "Auftrag Rache" liegt ganz klar auf ihm und ihm gelingt der darstellerische Anspruch seiner wechselhaften Figur gewohnt souverän.
Auf ähnlich hohem Niveau befindet sich Ray Winstone ("Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels", "The Proposition") während Danny Huston ("Robin Hood") sowie Bojana Novakovic ("Drag Me to Hell") viel zu wenig Möglichkeiten haben ihre Qualitäten darzustellen.
Der Anfang und das Ende sind stimmig und und können jeweils mit einer ungemeinen Intensität punkten. Dazwischen bewegt sich "Auftrag Rache“ durch die limitierte Handlung jedoch nur mühselig vorwärts. Echte Höhen gibts nicht, ebensowenig überaschende Wendungen. Durch die profillosen Charaktere fehlt der Bezug zu den Figuren und die nur kurzen actionreicheren Szenen reichen nicht aus, um die Spannung über ein gefühltes Mittel zu zwängen. Da gibts besseres auf dem Markt.
4 / 10