Tokyo wächst und seine Bewohner brauchen Platz, Platz, Platz ! Es wird der neue Vorort Tama gebaut um 300.000 Menschen Platz zu bieten. Deshalb wird der Tamawald abgeholzt. Das stört natürlich die Bewohner, allen voran die Tanuki-Bären ( oder auch Waschbären genannt ). Diese beschließen dem Eindringling Widerstand zu leisten. Da Waschbären Formwandler sind ( laut dem Film ) haben sie prinzipiell drei Erscheinungsformen : Normaler Waschbär, Glücksbärchilook ( wenn sie unter sich sind ) und die mitlerweile verkümmerte Kunst des "totalen" Formwandelns. Also trainieren sie hart, um an alte Zeiten anzuknüpfen, um sich in Menschen, Buddhas, Brücken (!) usw. verwandeln zu können. So gerüstet stellen sie sich ihrem Gegner in den Weg. Sie kopieren, ärgern, verursachen Unfälle ( sogar mit Toten; wenden sich allerdings von diesem Weg wieder ab ) und fackeln einen wilden Geisterzauber ab.
Wieder einmal ein Ghibli-Film, wieder einmal wird man förmlich erschlagen von der Kreativität, Poesie und dem Ideenreichtum, der hier drinsteckt und wieder einmal ist das objektiv betrachtet brilliant, subjektiv fehlt mir aber wieder einmal der "finale" Zugang. Auch wenn ich den Japanfilm liebe und auch einige Animes kenne und verdammt schätze: Ähnlich wie bei "Nausicäa", "Chihiro" und "Mononoke" dreht der Film zum Ende hin eben doch etwas zu sehr in die Richtung Geister, Dämonen, Zaubergroßmeister und, für den gewöhnlichen Konsumenten schwer zugängliche, Mythologie-Fetzen ab. Dazu kommt, daß alle diese Filme, Pom Poko eingeschloßen, ein weiteres Problem haben : Nach etwa 60% des Films ist bereits der Höhepunkt erreicht und es geht irgendwie nur schleppend, bis gar nicht weiter.
Bei Pom Poko kommt noch ein weiteres Problem dazu, nämlich die dramaturgische Nullnummer die sich unter dem ( einigermaßen hübsch gezeichneten ) Pelz verbirgt. Da Pom Poko, wie eigentlich alle Ghibli-Filme, sich doch eher an ein erwachsene(re)s Publikum richtet, sind die Bärchen auch nicht unbedingt die Sympathieträger schlechthin. Manchmal nerven sie doch mehr, als das sie süß sind. Die Ökobotschaft ist gelegentlich audringlich und das andauernde Verwandeln wird mit der Zeit auch leicht langweilig.
Das was ich jetzt hier schreibe ist natürlich "Motzen auf höchstem Niveau". Ghibli an sich ist absolut zeitlos und in jeder Hinsicht sehenswert. Selbst wenn man alle diese Negativaspekte einberechnet bleibt auch Pom Poko immer noch ein überdurchschnittlicher, streckenweise schreiend komischer ( die Pelztierchen können ihre Hoden in Teppiche verwandeln..... ), Zeichentrickfilm, der einen etwas unbefriedigenden, aber eigentlich wunderschönen Schluß bietet.
Fazit: Für Ghibli Verhältnisse etwas matt, aber immer noch weit besser als Disney.