Review

Eine handvoll Twens machen eine Bootstour, mitten durch Englands trübe Gewässer und Schilf. Während ihnen anfangs noch einheimische Jugendliche etwas Angst bereiten, artet diese Bootsfahrt zu einer Tortour aus, mit der keiner gerechnet hätte.

Das Intro macht es schon deutlich - hier jagt ein Jäger (der sehr stark an den Killer von "Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast" erinnert), ein Monster (oder etwas mystisches), das unsere Fragen anfangs geschickt umgeht, um was es sich hier hauptsächlich handelt. Ist auch Latte, schließlich haben wir hier wieder eine handvoll Opfer, die sich weder schauspielerisch noch charakterlich für die Abteilung "Interessant" empfehlen. Könnte man noch anfangs meinen, dass es sich evtl. um einen Film der Marke "Eden Lake" handelt, in dem Teenager Gruppenzwang unterliegen oder am Rad drehen, schwingt mit zunehmender Laufzeit um. "The Reeds" lässt sich viel Zeit mit der Vorstellung der Charaktere, was irgendwo langweilig wirkt, da keiner sympathisch wirkt, jedoch diese "Länge" geschickt karschiert wird, dank der schönen Schilf-Aufnahmen, die mal eine andere Location bieten, wie der typische 08/15 Horror.

Doch spätestens mit dem ersten Opfer, begibt sich "The Reeds" in das Mystische, in dem zu dick aufgetragen wird und man schnell die Übersicht verliert. Der Film packt es, innerhalb von zwanzig Minuten sämtliche "guten Figuren" wegzuschnetzeln, um danach mit der Grob-Arbeit zu beginnen, warum, wieso, weshalb das alles so ist. Und ab da verliert "The Reeds" viel Boden, probiert wie der Erklärbär alles logisch und konservativ rüberzubringen. Doch es sind so viele Details, die einfach das Hirn zum Platzen bringen und nicht nötig gewesen wären. Weniger wäre defintiv mehr gewesen und so "schilft" es sich dahin. Während alles mehr und mehr ins Mystische kippt, desto mehr fängt der geneigte Zuschauer an, den Kopf zu schütteln, und fragt sich einfach nur noch, wie das ganze doch ausgehen kann. Es folgt ein Finale, wie die Axt im Walde, dass zu der Geister-Theorie nur bedingt passen will. Während "The Reefs" parallel aber immer noch am Aufklären ist - soviel dazu. Als wäre das alles nicht schon genug an Zutaten, die nicht zusammen passen, haut der "Running Gag" am Schluss sämtliche Mechanismus in Grund und Boden, so, dass man nur sagen kann: Regisseur Nick Cohen wollte viel, konnte aber nur wenig umsetzen.

Ansich ist der Film für eine DTV-Veröffentlichung relativ gut verfilmt, auch die Locations sind stimmig gewählt. Jedoch das Vorgehen der Charaktere und die hilflosen Erklärungen wirken arg konstruiert, so dass man leider sagen muss, dass "The Reefs" allenfalls unterer Durchschnitt ist, und man ihn nicht unbedingt gesehen haben muss. Denn mehr, als einen Film, der ansatzweise ziemlich gut rüberkommt, jedoch in einem Wirrwarr endet, kann man auch überspringen, mit der sicheren Erkenntniss, nichts verpasst zu haben.

3/10

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