Review

Inhalt:

China, vor langer Zeit. Der kompakt gebaute Frog (Sammo Hung), 28 Jahre jung, hat eine wesentlich ältere Frau (Chan Lap-Ban) geheiratet, die beiden trennen alterstechnisch wohl fast 40 Jahre. Grund hierfür: Frog wollte an das "Invincible Armour", ein magisches Kettenhemd, das die alte Dame besitzt, und das wie ein "eiserner Panzer" den Körper unverwundbar macht.
Als Frog verschwunden ist, lässt seine Frau ihn durch den KungFu-Fighter Tiger (Lau Kar Wing) suchen.

Frog wird das "Invincible Armour" durch die Taschendiebin "Multi Hand Chick" (Meg Lam), die zusammen mit ihrem Kumpanen Pimp (Fung Hak-On) agiert, entwendet.
Frog und Tiger wollen gemeinsam das "Invincible Armour" suchen und wiederbeschaffen.

Hinter dem magischen Kettenhemd jagen noch andere hinterher. Allen voran der Gangster-Boss "White Brow Monk" (Lee Hoi San) und dessen Schergen: Der gefährliche Kämpfer "Smiling Tiger" (Jason Pai Piao) und der durchgeknallte "Panther" (Shek Tien).
Auch der verhaltensgestörte Sarg-Produzent "Coffin King" (Cheng Kang-Yeh) und weitere illustre Typen sind hinter dem "Invincible Armour" her.
Zwar können Frog und Tiger die Diebin "Multi Hand Chick" aufspüren, und an das Kettenhemd gelangen, doch nach einigem Hin und Her, Irrungen und Wirrungen, hat "White Brow Monk" das "Invincible Armour".

Doch sind in dieser Angelegenheit noch längst nicht ´alle Messen gesungen´. Für Frog und Tiger gilt, es mit einer Kombination von Crab- und Tiger-KungFu, mit ihren Feinden aufzunehmen.
Es kommt für Frog und Tiger zum Show-Down gegen die Gangster.....!


Fazit:

Im für das Eastern-Kino so richtungsweisenden wie hochproduktiven Jahr 1978 drehte Regisseur Karl Maka (Kar Mak), Hongkong´s Grimassen-König, diese KungFu-Farce für das Studio von "Gar Bo Films Company", von der ich nicht so genau weiß, was ich von ihr halten soll.
Bei imdb.com ist dieser Streifen in 2 Rankings "Best Old School Martial Arts Movies" betreffend gelistet, was mein Interesse weckte, mir diesen Film einmal zu Gemüte zu führen.
Die Meinungen sind ja zwiegespalten, zum einen ist der Film in diesen Rankings, und auch bei hkmdb.com sind die Auffassungen wohlwollend, hier auf dieser website indes hält man sich da eher zurück.
Und ich selbst siedele mich irgendwo dazwischen an, der Streifen hat zweifelsohne seine Schwächen, aber auch Stärken, und Karl Maka wollte natürlich einen lustigen Film drehen. Und der überdrehte cantonesische Hongkong-Humor ist eben nicht immer so der Bringer für uns Zentral-Europäer.

In hell-klaren Bildern gehalten, in einer freundlichen (fast "Hochglanz"-)Atmosphäre, setzte Karl Maka eine nicht immer kohärent erzählte, mitunter wirre, mit etlichen verrückten Albernheiten und durchgeknallten Figuren durchsetzte Storyline, in Szene.
Der schräge Humor, gespickt mit albernem Dödel-Gehabe durchgedreht-verhaltensgestörter Figuren und deren Grimassen, Ton- und Slapstick-Effekten bei den zahllosen Prügeleien, soll hier für Erheiterung beim Betrachter sorgen, und machen aus "Dirty Tiger, Crazy Frog" eine KungFu-Farce, einen Blödel-Film des Genres. Der allerdings in seinen Comedy-Elementen oft so dämlich ist, dass es nervt.

Das Hin und Her angesichts einer konfusen und fast zusammenhanglosen Suche nach einem Kettenhemd, die sich oft auch in vielen effekthascherischen Nebenhandlungen und -schauplätzen ergießt und zu verlieren droht, sorgt zudem noch des Öfteren für Kopfschütteln inklusive müdem Lächeln.

Da weiß man mitunter noch nicht einmal: Ist das jetzt so saudämlich, dass es schon wieder doch echt lustig-unterhaltsam ist?
Manchmal erschien es mir so. Das muss man wohl erstmal so drauf haben, so durchgeknallt-verhaltensgestört aufzutreten, wie es Cheng Kang-Yeh hier als inkompetent-wirrer Sarg-Hersteller hier gar irgendwie gekonnt tut, oder mal wieder Shek Tien, der derart bescheuert agiert, dass man fast den Bildschirm ob dieser extremen Affigkeit abschalten müsste, um nicht selber abzudrehen.

Letztendlich getragen und vor allem im letzten Drittel des Films kompensiert wird all dies durch die Spielfreude der beiden Haupt-Akteure, die noch zu echten "Buddies" werden, und der zackigen, dynamischen und spritzig choreographierten KungFu-Action, vor allem im Finale und dem noch posthumen Duell zwischen den beiden Helden.
Die konfuse Story um ein Hin und Her hinsichtlich eines Kettenhemdes und dessen wechselnden Besitzverhältnissen, mündet denn noch in finale, zackig-spritzige KungFu-Action.

Und hier kommen die prominent besetzten Villain-Rollen doch noch zum Zug, mit Jason Pai Piao und dann vor allem Lee Hoi San im Endkampf gegen Sammo Hung und Lau Kar Wing, der wie ein ´Pas de Trois´ des KungFu die Sache noch im wahrsten Wortsinn raushaut. Im posthumen "Duell" -das zwar auch leicht mit Slapstick unterlegt ist- zwischen Sammo Hung und Lau Kar Wing sieht man zudem technische Feinheiten, und ein Zweikampf mit dreiteiligen Nunchakus ist schon sehr speziell und selten.
Das KungFu ist bei solchen Akteuren, von denen Sammo Hung und Lau Kar Wing auch die Choreographien hier entwickelten, natürlich technisch stark und mit viel dynamischem Drive versehen.
Die letzte halbe Stunde rockt, beginnend mit einer gelungenen Vor- und Rückblenden-Sequenz, unterlegt mit fetziger Musik, in welcher Sammo Hung und Lau Kar Wing eben zu echten "Buddies" verschmelzen. Ab da, wird der Streifen durchaus als KungFu-Actionkomödie sehenswert, und der letzte Eindruck ist ja immer der Frischeste.

Sammo Hung und Lau Kar Wing bilden das Duo das zueinander findet, zwei "Buddies" eben. Lau ist der etwas gesetztere Typus, falls man davon reden kann, und Sammo blödelt und grimassiert sich durch diesen Film. Sie bemühen sich, in dieser KungFu-Farce den Überblick zu behalten, was aber unmöglich ist.
Immerhin in Sachen KungFu-Action sind die beiden natürlich kompetent.
Shek Tien nervt einmal mehr mit dümmlichstem Gehabe, Jason Pai Piao und Lee Hoi San sind leider unterbeschäftigt, dürfen erst zum Ende hin ran.
Die niedliche Meg Lam narrt die Männer mit künstlichen Armen und flinkem Spiel. Fung Hak-On, "Mars", Yuen Biao, Peter Chan sowie Schiel-Hannes To Siu-Ming sind Gast-Stars dieser schrägen KungFu-Comedy-Farce.
Und Regisseur Karl Maka ist kurz als Kontrastpunkt, als gar noch etwas ernsthafter (!) Sheriff zu sehen.

"Dirty Tiger, Crazy Frog" versucht als breit angelegtes und durchaus temporeiches Nonsens-Spektakel zu punkten, doch verpuffen die albernen Gags und skurrilen Einlagen in einer wirr-überzogen konzipierten Storyline mit zu vielen durchgedrehten Figuren, Nebenhandlungen und -schauplätzen.
Das letzte Drittel kann rocken und noch überzeugen, was die Sache noch raushaut.
Kann man sich als Sammo-Fan und Freund von schrägen KungFu-Komödien mal antun und schnell abhaken.

Eine Bewertung ist schwierig, die Easternfan-Sicht trübt etwas. Sehr knappe und noch wohlwollend -angesichts eines gewissen doch vorhandenen Unterhaltungswerts ob dieses irren Treibens- zusammengezimmerte 6/10 Punkte sind zu vergeben.

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