The Losers
Man kann sich ungefähr denken, was die Drehbuchautoren dieses Streifens sich vor der Produktion gedacht haben. Vietnam? Vietnam geht immer. Vietnam und weiter? Vietnam und Rocker! Und darauf baut dann eigentlich der ganze Film auf...
Fünf Rocker sollen in Vietnam einen Typen aus der Gefangenschaft befreien. Die kauzigen Typen saufen und kiffen sich im örtlichen Bordell ordentlich einen an, rüsten dann ihre Motorräder auf und legen los. Doch der Plan mißlingt, durch ein fahnenflüchtiges Mitglied, das sogleich vom Vietcong erschossen wird, sind zuwenig Leute für das Manöver da und die Bande wird dezimiert und gerät schließlich in Gefangenschaft.
Rocker sind nicht nur ausgefallen gekleidete Underdogs auf Motorrädern, sie sind immer auch ein bißchen die Legitimation für unnötige Gewalt, Vergewaltigung, Nazi-Symbole auf der Kleidung und Sprüche a la "Friß das, Schlitzauge!". Der Film ist Exploitation pur. An etwas anderes als ans Geld haben wohl die wenigsten der Beteiligten gedacht. Musik, Schnitt und Kamera, alles wirkt ein bißchen auf die Schnelle, oftmals lieblos und heruntergekurbelt. Das Drehbuch strotzt vor Logikfehlern. Spannung kommt wegen schlechter Charakterisierung der Personen auch nicht übermäßig auf. Was kümmert den Zuschauer schon der Tod eines Typen, der ein Hakenkreuz auf dem Helm hat, grundlos unschuldige Menschen verprügelt oder vergewaltigt und nur Mist von sich gibt? Geradezu köstlich ist z.B. die Rechtfertigung des Anführers der Gang, als er wegen mehrerer Vergewaltigungen zur Rede gestellt wird: "Ja, wenn mal einer aus der Rolle fällt, bricht die Gesellschaft gleich den Stab über ihm..!" Und das ist im Film auch noch ERNST gemeint!
Aber gut, diesen Film NIMMT man ja auch nicht ernst, und so war er vermutlich (hoffentlich!) auch nicht gedacht. Wenn man den ganzen reaktionären Kram und die billige Machart samt billigen Dialogen und B-Schauspielern mal beiseite läßt, bleibt ein durchschnittlich unterhaltsamer, sporadisch einfallsreicher und leidlich spannender B-bis C-Actiontrashfilm, mit ein paar blutigen Einschüssen, etwas Drogen- und Bierkonsum, ungewaschenen Sprücheklopfern und 70er Jahre-Musik/Feeling.
Fazit: Sonntagnachmittagskost für das Trash-Herz. Für einen richtig schrägen Film fehlen leider die Ideen und/oder mehr Gewalt.
5 von 10 Punkten