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Lucien Jean-Baptiste spielt einen Farbigen, der trotz seiner problematischen Finanzlage seinen Kindern verspricht, mit diesen einen Skiurlaub zu machen, mit dem auch seine angeschlagene Ehe steht und fällt. Auch wenn sich Geldbeschaffung und Planung als sehr schwierig entpuppen, fährt die Familie schließlich in den Skiurlaub.

Die französische Komödie "Triff die Elisabeths" ist vor allem eins: sehr sympathisch und damit recht unterhaltsam. Die Charaktere, angefangen beim Familienvater, bei dem es sich um einen liebenswerten, aber recht verantwortungslosen Versager handelt, über die Mutter, die allmählich genug von den zahlreichen Lastern ihres Gatten hat, über die geschickt gezeichneten Kinder, durch die praktisch ein Querschnitt durch Probleme, die man so als Heranwachsender haben kann, in die Konstellation eingebettet wird, bis hin zu den ebenso sympathischen Nebenfiguren, sind liebenswert konstruiert und nicht ausschließlich gängigen Genre-Mustern unterworfen, auch wenn der Plot relativ kalkulierbar ausfällt.

Der Rassismus-Thematik nimmt man sich dabei relativ locker und ungezwungen an, ohne allzu respektlos zu erscheinen, womit Lucien Jean-Baptiste, der als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller fungiert, zudem weitere Sympathie-Punkte sammelt und sich über weite Strecken vom Einheitsbrei des Genres abhebt. Die Gags, die das Geschehen durchgehend auf einem soliden Unterhaltungsniveau zu halten vermögen, sind dabei zu keinem Zeitpunkt fäkalhaltig oder klamauklastig, sondern meist recht amüsant und werden der emotionalen Umsetzung sowie der lockeren, aber respektvollen Bearbeitung der Rassismus-Thematik, gerecht.

Mit dem etwas abrupten und klischeehaften Happy End, das der ansonsten ordentliche bis überdurchschnittliche Film keineswegs verdient hat, macht Jean-Baptiste dann jedoch viele seiner Ansätze zunichte. Genau das, was von Anfang an relativ erfolgreich vermieden wurde, holt den Film dann doch noch ein, die Konventionen und Stereotypen sind schlagartig da, dazu auch ein wenig Naivität und Kitsch und dies ist recht ärgerlich.

Als Darsteller leistet Lucien Jean-Baptiste derweil gelungene Arbeit, an der es wenig auszusetzen gibt, so spielt er das erwachsene Kind zu jedem Zeitpunkt sympathisch und überzeugend, ohne seine lockere, leichte Art, die den gesamten Film auszeichnet, zu verlieren. Daneben sind vor allem die Kinderdarsteller erfreulich gut, während auch die restlichen Darsteller überhaupt keinen Grund zur Beschwerde hinterlassen.

Fazit:
"Triff die Elisabeths" ist über weite Strecken leicht und locker umgesetzt, setzt sich unverkrampft aber respektvoll mit der Rassismus-Thematik auseinander und unterhält mit feinem Humor über weite Strecken, bis das missglückte Happy End den guten Grundeindruck des sympathischen Films schließlich ein wenig trübt.

62%

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