Der ehemalige Schwertkämpfer Ou-yang Feng lebt am Rande einer Wüste und vermittelt Schwertkämpfer gegen Bezahlung. Diverse Suchende und verletzte Seelen ersuchen seine Hilfe.
Mit Kunst, gleich welcher Art sie auch sein mag, hatte ich schon immer Probleme. Ich erkenne sie einfach nicht. Und erst recht erkenne oder verstehe ich nicht, was die Künstler auszudrücken versuchen. Deshalb kann ich in der Regel auch mit Arthouse-Filmen nichts anfangen. David Lynch zum Beispiel gibt mir nichts. Vielleicht ist mein Gemüt zu einfach gestrickt, um solche Kunstwerke zu verstehen. Mit Wong Kar Wais Film Ashes of Time: Redux geht es mir leider ganz genauso.
Wong Kar Wai bietet uns ein paar hübsche Bilder, vorwiegend in Ocker-, Sand- und Gelbtönen gehalten, überragend oder gar beeindruckend sind sie jedoch nicht. Da kam aus Hongkong schon überzeugenderes Bildmaterial.
Auch Sammo Hungs Kampfchoreographie empfinde ich eher als seltsam. Sie wird in teils verschwommen wirkenden Bildern eingefangen und ist mehr als unübersichtlich, irgendwie bruchstückhaft. Ein paar Schläge, Hiebe Tritte, hier und da noch ein Sprung, Close-ups, Zeitlupen und dann ein paar Leichen. Das ist sicher akrobatisch und ausgeklügelt gefilmt, taugt aber nicht wirklich für einen Schwertkampffilm.
Aber Ashes of Time ist eh viel mehr Drama als Schwertkampf. Der Fokus liegt klar auf der Erzählung mehrerer episodenhaft dargebotener Geschichten, die alle irgendwie durch Liebe, Tod und Einsamkeit miteinander verknüpft sind, sofern man nicht den Überblick verliert. Denn durch die nicht-lineare Erzählstruktur macht es einem der Film nicht gerade leicht der Geschichte zu folgen, einen roten Faden sucht man nämlich vergeblich.
Einfach nur großartig ist der Cast, der bis in die Nebenrollen über große Namen verfügt. Allen voran der großartige, viel zu früh verstorbene Leslie Cheung, Star von The Phantom Lover, der für mich wohl schönsten Adaption von Phantom der Oper. Die beiden Tony Leungs, Brigitte Lin, Maggie Cheung, Jackie Cheung, Carina Lau, allein für die Darsteller:innen lohnt sich eine Sichtung.
Tony Leung Chiu-Wai und Carina Lau spielen hier übrigens ein Ehepaar und haben dann 2008 auch im Real Life geheiratet.
Leider inszeniert Wong Kar Wai seinen Film mit großer Langsamkeit, Szenen ohne jede Handlung werden sehr lang gezogen, beständig werden Zeitlupen bemüht und auch die Blickwinkel der Kamera sind bisweilen eher befremdlich. Irgendwie anders, gegen den Strich gebürstet, wenig zugänglich.
Daraus resultieren aber auch einige Längen, so dass ich der Film doch gewaltig hinzieht. Die Figuren erhalten in ihrer jeweiligen Geschichte auch nur bedingt Tiefe, die ergibt sich, so man die bruchstückhaften Informationen der anderen Geschichten zusammensetzen kann, wenn überhaupt. Dadurch verwehren die Figuren aber auch ein Mitfühlen, ihre Schicksale berühren nicht. Dass die meisten der Episoden auch tragisch enden, sorgt letztlich eher für ein Gefühl der Leere, ein unbefriedigendes Gefühl, das sich nicht auf Empathie für die Figuren gründet, sondern auf der Frage, was das denn nun alles eigentlich sollte.
Schade.
Immerhin, der Score ist wirklich schön.
Sperriges Drama in Gelb mit tollem Cast. Sehr langsam, episodenhaft, mit wenig zugänglicher, aber hübsch bebilderter Geschichte. Sicherlich für manche ein Kunstwerk, für mich leider nicht. Ich hab den Film vermutlich nicht verstanden.