Die Qualität mancher Horrorstreifen steht und fällt mit den Splattereffekten und Todeskämpfen der jeweiligen Opfer und in diesem Fall hat die FSK mal wieder alles dafür getan, aus einem eher mittelmäßigen Streifen einen nahezu unsehbaren zu zerschnippeln.
Legen wir für diese Kritik also direkt die Uncut zugrunde, da der geschnittenen Fassung nicht nur sämtliche Gewalteffekte fehlen, sondern auch jegliche Spannung und der rote Faden abgewürgt wurden.
Eine Gruppe von Ravern rund um die ehrgeizige Charlie will in einer leeren Fabrikhalle eine illegale Party steigen lassen, doch mit dem Hünen unter der Schweißermaske und dem Riesenhammer haben die Teens in Feierlaune offenbar nicht gerechnet…
Der Riesenhammer ist eigentlich ein Amboss am Stiel und der Kerl hat noch Unterstützung in Form von mutierten Kreaturen, die sich meistens auf allen Vieren fortbewegen und an eine Mischung aus Ghoul und Zombie erinnern.
Bis es allerdings zum Eingreifen des nicht näher erläuterten Bösen kommt, ist komplette Langeweile angesagt, da niemand als Sympathieträger taugt und die Typen, die eine Mischung aus Punks und Gothics bilden, mit nichts anderem beschäftigt sind, als zu saufen, über Sex zu labern, diesen auch praktizieren oder aus Eifersucht eine Bierflasche mit Gift versetzen. Man könnte auch meinen, dass die Amis nichts von der schwarzen Szene verstehen, - denn die Songs, die gerne auch mal länger laufen und als Tanzvorlage für die Protagonisten dienen, klingen durch die Bank uncool.
Als der Schweißer und seine Gehilfen endlich in Erscheinung treten, kommt der Splatterfreund jedoch einigermaßen auf seine Kosten und das Tempo zieht merklich an, zumal die Opfer nicht einfach nur schnell hingerichtet werden, sondern auch einige Todeskämpfe stattfinden, die in der geschnittenen Fassung größtenteils fehlen, woraufhin einige Figuren auf unerklärliche Weise aus dem Geschehen verschwinden.
Die handgemachten Effekte, die teilweise Foltereinlagen implizieren, können sich durchaus sehen lassen und genehmigen dem Streifen ehrlich gesagt auch seine einzige Daseinsberechtigung, denn der Rest gestaltet sich überraschungsfrei und wenig innovativ.
Und, um der FSK an dieser Stelle zwischen den Absätzen noch eins reinzuwürgen, geht man bei der Darstellung der Gräueltaten mitunter heftig ins Detail:
Gedärme und Körperteile liegen en masse herum, ein Unterkiefer wird von Hand herausgerissen, ein Kopf abgetrennt, Finger nacheinander abgeschnitten, Beine mit einem Schlag zerfetzt, ein Schädel wird durch Draht geschlagen, ein Metallhaken in den Unterkiefer gebohrt, ein Gesicht auf Steinboden zermatscht, eine Zange dringt durch einen Hals, ein großer Schrauber in die Hand, eine Metallstange wird waagerecht durch den Rücken geschoben, ein Leuchtstab landet im Auge und ein Messer im Mund.
Beim Direktvergleich beider Fassungen fällt sogar auf, dass die Szene, in der ein Opfer im Würgegriff an der Kehle in der Luft gehalten wird, komplett herausgeschnitten wurde, - soweit ist es schon gekommen…
Klar, die grenzdebilen Dialoge der untalentierten Mimen sorgen nicht unbedingt für Unterhaltung und auch diverse Tanzeinlagen füllen die Laufzeit, die man besser mit pointierten Augenzwinkern aufpoliert hätte, anstatt irgendwelche Gothic-Girls zu drittklassigen Songs grooven zu lassen.
Selbst die Kulisse der einstigen Stahlfabrik kommt kaum zur Geltung, welche zumindest noch für etwas Stimmung hätte sorgen können, denn die immer gleichen Räumlichkeiten liefern innerhalb der ersten Hälfte kaum Abwechslung.
Die zweite Hälfte punktet jedoch mit kompromisslosen Goreeffekten und einigen wenigen makaberen Einlagen, welche innerhalb der geschnittenen Fassung überhaupt nicht zum Tragen kommen.
Insofern der Unterschied: Die zerstückelte Fassung beinhaltet null Splatter, kaum eine Verfolgung und belässt eigentlich nur den langweiligen Vorlauf in der Rohfassung, - mehr als 2,5 bis 3 von 10 ist da nicht drin, also (bis jetzt) Finger weg von den deutschsprachigen Veröffentlichungen!
Die Uncut ist zwar kein Burner, aber ein brauchbarer Slasher mit deftigen Gewalteinlagen und schnellen Schauplatzwechseln, knallharten Konfrontationen und einem recht schonungslosen Showdown, - das wäre dann immerhin
5,5 von 10 (für knallharte Splatterfreunde eventuell ein wenig mehr)