Das der Slasher nicht tot zu kriegen ist, ist längst kein Geheimnis mehr. Immer mehr dieser billig gemachten Streifen wandern wieder in die Videotheken und mit Wes Cravens beiden Streichen "My Soul to Take" und "Scream 4" auch zeitweise mal wieder ins Kino. Doch während beide Streifen vom Meister selbst tolle Filme für sich sind, sind die Videothekenstreifen, wie so oft, nicht das Gelbe vom Ei. Und auch "Sweatshop" darf man locker dazu zählen, vor allem wenn man sich die Fassung aus den deutschen Videotheken holt. Denn bei uns ist der Streifen um knapp 10 Min. geschnitten und entbehrt sich jedweder Daseinsberechtigung. Und wenn man zur ungekürzten Auslandsfassung greift, dann wird aus objektiver Sicht ebenfalls kein Schuh daraus. Subjektiv aber klappt "Sweatshop" besser als erwartet, zumindest für Slasherfreaks.
Die Story zu "Sweatshop" ist natürlich ein Nichts. Ganz kurz gesagt geht es um ein paar Jugendliche, die in einer verlassenen Fabrik mal ordentlich die Sau rauslassen und eine Party feiern, Musik hören und hier und da auch ein wenig durch die Gegend poppen. Nichts ahnend, dass in dem Gebäude ein Hüne haust, welcher mit einem großen Hammer bewaffnet ist und schon bald anfängt die Sippe zu dezimieren... Kennt man schon, hat man schon tausend mal gesehen, doch als Slasherfan langweilt einen das irgendwie immer noch nicht. Kurzum, wer von der Story genau das erwartet, was er schon in X-Fach anderer, ähnlich gelagerter, Filme, gesehen hat, der wird auch hier damit leben können.
Doch bevor der Hüne anfängt, mit seinem großen Hammer und anderem Werkzeug, die Leute zu dezimieren, muss sich der Zuschauer doch erst einmal ein wenig quälen. Denn erst nach geschlagenen 30 Minuten geht’s ans Eingemachte. Vorher versucht die Regisseurin wohl ihre Charakter vorzustellen und sympathisch zu machen, doch das klappt, mit Verlaub, so was von überhaupt nicht, so das man sich wirklich die ganze Zeit fragt, wann es denn nun endlich losgeht. Die Figuren bleiben flach, doof wie Brot und gehen einem vor allem mit ihren grenzdebilen Vollpfosten-Dialogen schon bald in Gänze auf die Nerven. Selbst für Genre-Verhältnisse sind die Figuren in diesem Film zum davonlaufen.
Aber wenn "The Beast" dann endlich anfängt, die Schaar dieser wirklich ganz besonders idiotischen Figuren platt zu machen, beginnt der Spaßpegel zu steigen. Denn was hier so mitunter über die Leinwand suppt, ist dann doch ein Fest für alle Freunde des gepflegten Gemetzels. Angefangen bei der wirklich wörtlich zu nehmenden Auseinandernehmung eines Mädchens, über allerhand grenzbrutale Morde mit dem riesen Hammer (bzw. Ambos am Stiel), bis hin zur Kreuzigung eines der Opfers, zusammen mit einem Knebel aus Genitalien, fährt die Regisseurin hier wirklich so einiges auf, was dem deutschen Zensurvolk ein Dorn im Auge ist. Hier wird wirklich gematscht, gemordet und gemetzelt bis der Arzt kommt, ohne Rücksicht auf Tabus oder empfindsame Gemüter. Und alles sieht dabei auch noch richtig gut aus und hebt sich spürbar von der sonst extrem billigen Machart des restlichen Films ab. Wer sich also mal wieder so richtig an Blut und Gekröse erfreuen will, der dürfte hierdran durchaus seine Freude haben.
Was die Darsteller angeht sollte man dagegen nicht allzuviele Worte verlieren. Wie schon die ganze Inszenierung um die Gore-Szenen herum, so sind auch die Schauspieler hier wirklich mieser als mies. Auch wenn sie bei den dünnen Charakteren, mit ihren beschissen, dämlichen Dialogen, eh kaum eine Chance haben, einen Aktzent zu setzen, so dürfte es wohl auch bei anderen Filmen kaum möglich sein, dass diese Gesichter mehr drauf haben, als sie einem hier vormachen. Kurzum: Ganz übel, wenn auch teilweise vielleicht nicht völlig unattraktiv anzusehen!
Fazit: "Sweatshop" ist nichts anderes, als ein weiteres Slashermassenprodukt für den Videomarkt, welches, in gepflegter Runde, jedoch durchaus Spaß machen kann, wenn man auf extrem derbe Splatter- und Gorekost steht, die es schafft alles Andere drumherum fast vergessen zu machen. Auch wenn die Inszenierung mies, das Drehbuch noch mieser und die Schauspieler am miesesten sind, so können die gut gemachten Schlachtszenen in Masse doch gefallen, vor allem weil der Hüne mit dem großen Hammer wirklich bedrohlich daherkommt. Alles in allem sicher dennoch ein schlechter Film, aber wenigstens einer der wirklich Fun machen kann.
Wertung: 5,5+/10 Punkte