"Endlich mal wieder ein Actionfilm mit John Travolta", dachte ich mir, als ich "From Paris with Love" in der Hand hielt. Bei dem Preis musste ich einfach zugreifen, ohne zu wissen, was auf mich zukommt. Bereut habe ich den Blindkauf jedenfalls nicht!
John Travolta spielt den Agenten Charlie Wax, der immer dann eingesetzt wird, wenn es brenzlig wird oder wenn besonders heikle Missionen anstehen. Dieser Typ ist ein lauter, ordinärer, mit Ringen und Ketten behängter Prolet, der keine Skrupel hat, seine Waffe einzusetzen, ohne Rücksicht auf Verluste.
Agent James Reese, gespielt von Jonathan Rhys Meyers, ist das genaue Gegenteil von Wax: Er arbeitet für die CIA als persönlicher Assistent des US-Botschafters in Paris. Er ist eher der ruhige und bedachte Typ, der sehr wahrscheinlich noch nie eine Waffe in einem richtigen Gefecht eingesetzt hat, und deswegen ist ihm die Vorgehensweise seines neuen Partners (Charlie Wax) fremd und unverständlich.
Diese zwei von Grund auf verschiedenen Typen werden Partner und sollen eine Terrorzelle, die in einem Ghetto am Rande der französischen Hauptstadt einen Anschlag auf eine hochrangige US-Delegation, die zu einem bevorstehenden diplomatischen Treffen eingeladen ist, vorbereitet.
Nun gut, die Geschichte ist nicht unbedingt Neuland und birgt deswegen kaum Überraschungen, jedoch ist es ungemein unterhaltsam, dem ungleichen Duo bei ihrer Arbeit zuzusehen. Dazu kommt, dass es sehr ungewohnt ist, John Travolta, den sonst immer gut gestylten Typen, mit blankpolierter Glatze und jeder Menge Metall an Händen und Ohren zu sehen. Glücklicherweise kann man sich relativ schnell an diesen Look gewöhnen und mit der Zeit gefällt es einem doch recht gut, denn zu seinem Verhalten und Auftreten passt das Aussehen nur zu gut.
Doch leider wird die Figur des Charlie Wax überhaupt nicht großartig erläutert oder eingeführt, sodass man eigentlich nur mutmaßen kann, um was für eine Art von Typ es sich bei ihm handelt, wo er herkommt und was er neben seiner Arbeit so tut. Dagegen kann man sich mit Agent Reese (Jonathan Rhys Meyers) gut identifizieren, da dieser, im Gegensatz zu Travolta's Charakter, ganz einfach mehr Tiefe hat und dem Zuschauer einige Details zu seiner Person erläutert werden.
Leider rast man quasi durch den Film, denn irgendwie geht alles so schnell. Es wird nicht viel auf gewisse Situationen oder Hintergründe des geplanten Anschlages eingegangen, auch die Zusammenführung von Reese und Wax ist mir unerklärlich geblieben. Ich kann mir den Teil dazu nur denken. Wahrscheinlich wollte man die beiden vereinen, weil Reese eben der persönliche Assistent des US-Botschafters ist und er womöglich schneller und besser an Informationen gelangt, zudem einen leichteren Zugang zu besagtem Diplomaten-Treffen hat. Da kann man wirklich nur mutmaßen.
Wie oben schon erwähnt, rast man eigentlich nur durch den Film, da er mit seiner kurzen Spieldauer (rund 90 Minuten) zu viel Inhaltliches wiedergeben möchte. Das macht auf jeden Fall einen halben Minuspunkt!
An der Umsetzung kann man nicht viel meckern, denn mit Luc Besson (Leon - Der Profi, Das fünfte Element) hatte man einen wichtigen und richtig guten Mann für die Produktion gefunden.
Die Actionszenen sind handwerklich einwandfrei und wissen nicht nur bei Shoot-outs oder Schießereien generell zu überzeugen, sondern auch die Verfolgungsjagden und die Slow-Mo-Aufnahmen wissen zu gefallen. Hierfür schon mal mindestens 4 Punkte!
John Travolta und Jonathan Rhys Meyers spielen ihre Parts mit Freude, Überzeugung und unglaublicher Coolness, sodass es wirklich Spaß macht, ihnen zuzusehen.
Und da Travolta eh ein echter Charme-Bolzen ist, kann ich hier nochmals gute 3,5 Punkte geben!
Ich hoffe auf eine Fortsetzung, denn diese beiden Typen bilden ein echt cooles Agenten-Duo!
Unbedingt anschauen!
7,5/10