Mit dem abstrakten Expressionismus in der Kunst ist das so eine Sache. Für die einen ist es nur Geschmiere, Geckleckse und erzeugt vertändnisloses Kopfschütteln, für die anderen ist es große Kunst, deren Farbgebung und Struktur sich dem Betrachter nicht ohneweiteres erschließt. Jackson Pollock, der zu einer der größten Maler Amerikas zählt, ist hierzulande wahrscheinlich eher passionierten Kunstkennern ein Begriff. Nach langjähriger Vorbereitungszeit hat sich der Schauspieler Ed Harris an die Verfilmung seiner Biographie gewagt. Nach Betrachten des Films, stellte sich mir die Frage nach dem "warum"? Wie so manch andere Künstler-Bio-Verfilmung krankt auch diese an mangelnder Inspiration. Der verfilmte Lebensabschnitt beginnt praktisch mit dem Kontakt zu der Malerin Lee Krasner, seiner späteren Ehefrau und endet mit seinem frühen Tod, 1956 durch einen Autounfall. Kurioserweise gibt es gerade von Pollock erstaunlich viel historisches Film und Fotomaterial, was eine Spielfilmumsetzung in meinen Augen noch fragwürdiger macht. Darstellerisch durchweg überzeugend besetzt, fehlt mir Tiefgang und Orginalität in der Story. Und wenn da wirklich nicht mehr Bio-Material war, kann man es bei einem guten Dokumentarfilm belassen - wozu brauch ich dann Spielfilmhandlung?