"Das Geisterschloss" ist das typische Beispiel für die Entwicklung Hollywoods. Die Handlung tritt in den Hintergrund und dafür setzt man mehr auf technische Effektspielereien.
Storytechnisch ist der Film ein Desaster, dazu Klischees soweit das Auge. Ich weiß ja nicht, wie oft in der Geschichte des Films es schon die Story gab, in der eine Gruppe es mit einem Spukschloss zu tun bekommt, aber hier kommt sie wirklich sehr schlecht rüber. Die Sache mit der Erforschung von Angstzuständen ist nichts weiter als ein Vorsatz und wirkt so peinlich aufgesetzt, dass es schon wehtut. Der weitere Handlungsverlauf ist dann so löchrig wie ein Schweizer Käse, gerade was die Verbindung von Eleanor mit dem Schloss betrifft.
Die anderen Figuren bleiben ziemlich blass. Man hätte ihnen mehr Leben einhauchen müssen, denn so sind sie mehr oder weniger Abziehbilder, was nicht unbedingt am Talent der Akteure, sondern eher am Drehbuch liegt. Die Optik hingegen ist gelungen. Das majestätische Schloss mit seinen riesigen Räumen, indem sich die Figuren allerdings allzu schnell verlieren, ist auf alle Fälle ein Blickfang. Architekten werden wohl aufpassen müssen, dass sie ihre Mundflüssigkeit beim Anblick des kunstvollen Gebäudes nicht einfach aussabbern. Dazu kommen dann gute Special Effects, die teilweise schon unsere Augen überfluten. Aufgrund der schönen Location baut der Film unter Hilfe einer musikalischen Unterstützung auch eine sehr passende Atmosphäre auf, die auf den kleinen Fernsehbildschirmen enorm verloren geht. Auf der Kinoleinwand ist der Film doch deutlich intensiver und spannender.
Fazit: Man hat sich hier zu sehr auf die Optik verlassen und dabei eine vernünftige Story vollkommen vernachlässigt. Stattdessen geht diese nicht nur den Bach hinunter, sondern plätschert auf einem Wasserfall in die große Tiefe.