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Dr. Marrow sucht sich ausgerechnet das pompöse Herrenhaus "Hill House" für seine Studienzwecke über Schlaflosigkeit aus. Mit drei unter Schlaflosigkeit leidenden Freiwilligen bezieht er das Haus, das schnell ein skurriles Eigenleben entwickelt und die vier Bewohner bald tödlich bedroht ...

Das Geisterschloss ist mal wieder ein Ableger aus der großen Remake Welle, diesmal erwischte es den 63er Klassiker Bis das Blut gefriert. Die ganze Story wurde dabei ein wenig vereinfacht, aber dafür mit ordentlich Budenzauber aufgepeppelt. Die Gruselmär rund um das Treiben des minimal durchgeknallten Industriellen Hugh Crane mit seinem etwas seltsamen Verhältnis zu Kindern wird dabei FSK 12 gerecht mit wenigen Härten in Szene gesetzt. Ich war sogar richtiggehend überrascht als am Schluß sogar zwei der Protagonisten sterben mußten.
Dafür bekommt der Zuschauer die komplette Palette an Spukhausaktivitäten vorgeführt. Von rasselnden Ketten, knarrenden Türen, Geisterscheinung, lebendig gewordenen Statuen und Fresken, Temperaturstürzen und blutigen Fußspuren wird beinahe die gesamte Klaviatur aus dem "How to make a haunted House Movie" Handbuch durchexerziert. Da fällt es ja schon richtiggehend aus das das obligatorische Gewitter gar nicht vorkommt. Sehr gelungen ist dabei die imposante Ausstattung des ollen Herrensitzes, die Sets sind liebevoll dekoriert und beinahe alle Möbel auf XXL getrimmt (wer bitte schön hat denn ca. 4 Meter hohe Türen in seinen Innenräumen?), sieht jedenfalls beieindruckend aus.
Nach der anfänglichen, eher etwas zäh geratenen, Vorstellungsrunde wird dann auch kontinuierlich die Unheimlichkeitsschraube stetig aufgedreht, wobei der Showdown allerdings nicht so wirklich überzeugen kann. Zwar gibt es ständig farbenfrohe Effektpassagen zu sehen und die aufgefahrene CGI ist wirklich erste Sahne, aber irgendwie ließ mich das Schicksal der ständig krakelende Nell ziemlich kalt.
Von der schauspielenden Seite ging man ebenfalls auf Nummer sicher und versammelte ein hochkarätiges Ensemble, von denen zwar keiner so richtig nach einem Oscar verlangte, aber auf Leute wie Neeson, Zeta-Jones und Wilson kann man sich einfach verlassen. Insgesamt ist das The Haunting Remake meiner Meinung nach ein solider Geisterhaus Vertreter. Das Motiv ist so ziemlich das klassischste aller Vertreter des Genres, auch wenn die Charaktere hier ziemlich flach bleiben, gut unterhalten wird man trotzdem.
7/10

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