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Eine romantische Komödie mit Sarah Jessica Parker und Hugh Grant - was erwartet man davon eigentlich? Nicht viel, denn das dargebotene Süppchen von Story hat man wahrscheinlich schon vor Jahren anderswo auf Zelluloid gebannt gesehen, vermutlich sogar mit der ein oder anderen an diesem Film beteiligten schauspielerischen Persönlichkeit. Also hat der romantische Film wirklich nichts Neues zu bieten?

Mitnichten. Oder eben doch. Das ist schwer zu sagen, denn der Film beginnt eben genau so, wie eine romantische Komödie beginnen muss. Hier geht es um das Zwischenmenschliche, das bei den beiden Protagonisten Paul (Grant) und Meryl (Parker) Morgan leider im Lauf der Jahre auf der Strecke geblieben ist. Nach vielen erfolglosen Versuchen, ihre Ehe mit einem Kind "aufzupeppen" bzw. zu krönen, bleibt am Ende ein Scherbenhaufen übrig, der durch den Fehltritt Pauls mit einer anderen Frau das Fass schließlich zum Überlaufen bringt. Die Morgans leben von nun an getrennt und sind "busy" in dem, was sie tun - sie als (erfolgreiche) Immobilienmaklerin, er als (erfolgreicher) Rechtsanwalt. Mehr Klischee geht nun wirklich nicht.

Dann aber passiert das Unglaubliche: Nach einem gemeinsamen Essen, das vielleicht dazu gedacht gewesen sein mag, die beiden Parteien wieder enger zusammen zu bringen, entdeckt Meryl einen Ihrer Klienten auf dem Dach eines Hauses. Der arme Mann wird - zack - von einem bösen Buben mit dem Messer dahingemeuchelt. Die Hintergrundstory hierzu findet praktisch nicht statt, ist der Mord doch nur Mittel zum Zweck, um die eigentliche Geschichte der Morgans und damit auch den Film voranzutreiben. Denn da die Morgans den Mörder in flagranti "erwischt" haben, stehen diese nun ganz oben auf seiner "to-do"-Liste. Das sieht auch die örtliche Polizei so, startet das Zeugenschutzprogramm und verfrachtet die Morgans weit, weit weg in ein ödes Kaff namens Ray. Für unsere Großstadt-Junkies natürlich das "worst-case-scenario", so ganz ohne Laptop, Handy, Terminplaner und was-weiß-ich-nicht-noch-alles, abgeschnitten von der Außenwelt und hineingestossen in den Kleinstadtmief von Wyoming. Der Film beginnt.

Naja, und was soll man sagen - die Geschichte mit dem Killer ist für dieses Genre neu, transportiert die Morgans aber nur an den eigentlich Ort des Geschehens und sorgt am Ende nur noch für den absehbaren Plot. Dazwischen gibt´s viel Herzschmerz, wenig bis gar nichts unerwartetes, die Liebe zwischen Meryl und Paul beginnt wieder zart zu blühen, auch weil die Kleinstadtbürger den Großstadtbürgern mal ordentlich ins Gewissen reden und ihnen bildlich gesprochen den Spiegel vorhalten. Alles schon einmal irgendwo gesehen, keine innovativen oder gar neuen Ideen. Schlimm auch, dass Grant und Parker ihre Rollen hier so dermaßen routiniert runterspielen, dass es noch nicht einmal großartigen Spaß macht, wenigstens den beiden Protagonisten bei ihrer Suche nach der verloren geglaubten Liebe beizuwohnen.  Naja, und optisch passen die beiden meiner Meinung nach gar nicht zusammen, aber das nur am Rande. Trägt für mich persönlich aber sicherlich auch seinen Teil dazu bei, dass der Film von vorne bis hinten leider ziemlich Unglaubwürdig und letztlich auch absolut belanglos weil beliebig austauschbar daherkommt.

Nimmt man das kitschige Happy End hinzu, dann kommt man zwangsläufig zu der Erkenntnis, dass zwei prinzipiell hochkarätige Schauspieler nicht immer automatisch für einen erfolgreichen Spielfim sorgen müssen. Natürlich tut ein dünnes Drehbuch sein Übriges dazu, und natürlich ist es schwer, dem romantischen Film damit neues Leben einzuhauchen. Aber es geht. Wie es geht, haben zuletzt Sandra Bullock und Ryan Reynolds in "The Proposal" bewiesen. Nimmt man diesen Film als Maßstab, dann haben die Macher von "Haben Sie das von den Morgans gehört?" gründlich versagt.

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