Sehr solider und manchmal durchaus kompetent inszenierter B - Action - Flick, der aber irgendwie mehr zu sein vorgibt, als er wirklich darstellt, und dadurch über einige zu prätentiöse Eindrücke verfügt. Das und die zusätzlich zu grossen Plotholes schaden dann doch eher den ansonsten einigermassen positiven Eindruck , wobei man aber sicherlich mehr als einen nur ganz leicht überdurchschnittlichen Film hätte herausholen können.
Die Story vom Killer Ryuyu [ Kenya Sawada ] mit der Kugel im Gehirn, die jeden Tag zu seinem letzten machen könnte, und ihm damit eine etwas andere Lebensrichtung gibt, ist soweit ganz okay. Auch dass er dann plötzlich den Drang verspürt, seine Freiheit durch Raubüberfälle zwecks Adrenalin aufzuputschen, okay. Aber sein penetrantes Verhalten, jedem mit einer Waffe seinen Kopf hinzuhalten oder die waghalsigen, quasi lebensmüden Aktionen auf Kosten anderer Unbeteiligter macht den optischen Jackie Chan - Verschnitt nicht gerade zum Charmebolzen erster Klasse. Ausserdem gibts noch einen 2ten dieser Art, den 23jährigen Polizisten Joe Cheung [ Raymond Wong ], der nach einem tödlichen Unfall noch lange nicht wieder auf dem Damm ist und etwas unsicher im Leben pendelt. Trotzdem ist dieser samt seiner Einheit auf die Bankräuber [ Ryuyu hat sich mit 3 HKern zusammengetan ] angesetzt, lernt über Umwege aber seine Zielperson selber kennen und versteht sich ganz prächtig mit dem. Als Ryuyu das erbeutete Geld aus Laune karikativen Organisationen spendet, haben seine ehemaligen Genossen [ Terence Yin, Sam Lee, Tony Ho ] natürlich was dagegen...
Der Film ist anfangs ganz interessant und eigentlich auch zu keiner Zeit langweilig, aber er trägt manchmal zu dick auf. Ausserdem wird einfach zu viel reingepackt und dann nur in Ansätzen behandelt oder mit der Kneifzange gelöst, wie z.b. die Racheaktion der Tochter eines Opfers. Beide Auftritte von Lam Suet als geschasster "God of Gun", der sich jetzt in der Asservatenkammer verstecken muss, sind furchtbar; was nicht am Schauspieler liegt, sondern am Aufbau der Szene und ihrem missglückten Zweck. Die Läuterung von Raymond Wong geht ebenso daneben, seine Freundschaft von heute auf morgen mit dem Killer wirkt auch nicht, sowieso ist die ganze Storyentwicklung mehr oder weniger daneben.
Actionmässig passiert auch nicht so wirklich viel, und wenn dann auch weniger aufregend als eigentlich erwartet. Man blendet nicht auf eine aufgemotzte wartende SDU - Einheit, um sie dann nicht ins Spiel zu bringen; die wenigen Schusswechsel sind höchstens okay, die MA - Einlagen einen Tick besser.
Schauspielerisch sollte man auch nichts erwarten, jeder macht so seinen Job, wobei allerdings der Sprachenmischmasch ganz und gar nicht zum Vorteil gereicht.
Vielleicht hätte man einfach den verqueren Dramaanteil zurückschrauben sollen, und die konfuse Geschichte actionmässig mehr antreiben sollen; Film geht aber ansonsten.