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Fünf Menschen wachen in einer dunklen Höhle auf. Keiner kennt den Anderen. Keiner weiß, wie sie in die Höhle gekommen sind.  Von einem Psychopathen beobachtet und ohne Nahrung sehen sich die Gefangenen einem perversen Alptraum gegenüber. Denn das vorhandene Trinkwasser und Toilettenpapier lassen nur einen Entschluss zu: Sie sollen sich um zu Überleben gegenseitig auffressen!

Das Verstörenste an "Hunger" dürfte wohl seine Thematik sein: Der Kannibalismus. Denn in der Umsetzung hapert es dann doch etwas. Wir haben von jeder Kategorie Mensch einen mit an Bord und es wird erstmal nach dem "Warum?" diskutiert, bis der Baum brennt. Danach wird diskutiert, ob es legitim ist, einen Menschen zu verzehren, wenn man überleben will - ebenfalls bis der Baum brennt. Nach einer geschlagenen Stunde passiert dann auch endlich mal was in dem Loch unter der Erde und der Film nimmt so seinen Verlauf. Manchmal einigermaßen blutig und auch öfters im Off.

Natürlich geht es in "Hunger" nicht darum, einen unterhaltsamen Horrorthriller oder Fun-Splatter dem Betrachter zu bieten, sondern äußerst realistisch zu zeigen, ob ein normaler Bürger unter solchen Umständen in der Lage ist, seinen Hunger zu stillen. Aufzuzeigen, wie sich die Psyche und der Körper dieser Situation anpassen.
Lassen wir mal jetzt den Psychopathen und seinen Beweggrund weg (was eh wie ein Fremdkörper wirkt), ist der Unterhaltungswert relativ gering wegen den Diskussionen, auch stören in solchen Filmen dann selbst mich die Klischees, die die Schauspieler verkörpern und der Soundtrack mit klassischer Bach-Musikuntermalung dürfte natürlich Geschmackssache sein - mich hat er jedoch nur genervt und hab ihn als total fehl am Platz empfunden.

"Hunger" ist öde - aber irgendwie auch nicht. Für Freunde des Kannibalismus-Thema oder der Störkanal-Reihe sicher interessant, für die breite Masse als Abendunterhaltung sicher nicht die beste Wahl.

4/10

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