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Die beiden Nuklearphysiker David und Raja arbeiten mit Teilchenbeschleunigern, um die Energieprobleme der Erde zu lösen. Als sich eine unbekannte Person mit Rajas Profil in den Hauptcomputer einloggt, suspendiert die UN-Vorsitzende Paxton ihn aus Sicherheitsgründen von dem Projekt. In Wirklichkeit wurde jedoch ein Terrorist aus Arabien gesandt, der den Beschleuniger für Kriegszwecke nutzen soll. Während einer Pressekonferenz erläutert Paxton die Funktion des Teilchenbeschleunigers und berichtet von drei Standorten, in der Energie gelagert ist, die für die kommenden Jahre für Europa genutzt werden könnte. David zeigt sich unglücklich, dass Paxton keine Intentionen hegt, die Energie mit dem Mittleren Osten zu teilen. Der Wissenschaftler trifft nach der Konferenz auf den Terroristen, welcher sich als Reporter getarnt hat und Davids Fingerabdrücke kopiert. Mit diesen programmiert er die Lagerstätten der Energie zur Selbstdetonation um.

TV-Katastrophenfilm zeichnen sich ja selten durch triefende Qualität und kinoreife Bilder aus. Meist labern sich alternde Ex-Stars billig einen Wolf anstatt, weil teurer, funktionierende CGI und ansprechende Action Einlagen zu setzen. Mit Dialoglastigkeit hat die Doomsday Gleichung zwar auch zu kämpfen, aber allein die stussigen Dialoge zwischen Paxton und Wyndham sind häufig so dämlich, das es fast wieder lustig ist und auch das wissenschaftlich vermutlich kaum haltbare technisch-physikalische Blabla ist eigentlich ein Kandidat für die Kategorie "Dummgelaber für Fortgeschrittene".
Politisch gesehen sind wir außerdem voll auf der Höhe der Zeit. Araber sind stets Terroristen und Räuber die die westliche Welt vom Erdboden tilgen wollen und deshalb das Projekt Eve (Abkürzung für elektromagnetische Vakuum Energie, schon wieder ein echter Brüller) sabotieren, das halb Frankreich in die Luft fliegt und schlappe 30 Millionen Tote zu beklagen sind. Überhaupt ist der Bodycount hier für einen Fernsehfilm geradezu astronomisch hoch, ständig werden Zivilisten erschossen oder von herabstürzenden Satelliten erschlagen. Ich glaube jedenfalls nicht, das der Film je in einem islamistisch geprägten Land im Fernsehen zu sehen sein wird.
Negativ fällt auch der alle paar Minuten eingeblendete Countdown bis zum Untergang. Was eigentlich Spannung und Zeitdruck für die Protagonisten bedeuten soll, verkommt hier zur nervigen Angelegenheit. Auch die CGI ist nicht wirklich gut, einige Stellen sind passabel gelöst, aber oft sieht es auch aus wie von der Playstaion 2 kopiert. Die Darsteller sind gerade mal so noch ok und Mensch ist Deanna Troi alt geworden, ich war mir erst nach Abspann sicher das sich hinter Paxton tatsächlich Marina Sirtis verbirgt.
Dennoch hat mir die Nummer eigentlich schon Spaß gemacht, allein die dummen Dialoge sind zum schießen, aber auch die Ansätze von Spannung und Endzeitfeeling sind vorhanden. Auch das Budget ließ zumindest einige nach Kosten aussehenden Szenen und Sets zu. Dazu noch die herrliche politische Uncorrectness und vor allem das richtig fiese Ende, das der tolle Held mal so richtig mit Schmackes verbockt, haben bei mir Respekt gezollt, wie gesagt für einen Fernsehfilm von der Stange bricht die Doomsday Gleichung reihenweise mit Klischees und Standardvorgaben des Genres. Bin wahrscheinlich mal wieder der einzige, aber mir hats sowei gefallen.
6/10

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