Der erste Blick verspricht eine Mischung aus Wes Craven´s "Shocker" und einem verfrühtem "Ghost Rider", doch ist der Film in Wahrheit eine einzige überlange Verfolgungsjagd zwischen einem Serienkiller, der aus der Hölle zurückgekehrt ist und einem Footballstar, der ihn auf den elektrischen Stuhl brachte. Mehrfach gibt es einen handfesten Schlagabtausch zwischen den beiden, wobei nicht nur Knarren und Fäuste, sondern auch Bratpfannen und Rugby-Eier eingesetzt werden. Neu ist zudem, dass der Killer in immer wechselnden Kostümen (Zauberer, Clown, Koch etc.) auftritt.
Leider streift der Film mehrfach am haarsträubenden Blödsinn vorbei. Vor allem die Auftritte von Hauptdarsteller David Keith als Serienkiller laufen mehrfach Gefahr, ins unfreiwillig Komische abzugleiten. Interessanterweise haben es sich er und sein Co-Star Martin Kove in dieser Two-Men-Show zur Aufgabe gemacht, mit Leibeskräften gegen die arg dünne Story anzuspielen, um zu retten was noch zu retten ist.
Hätte "Judge and Jury" nicht diese beiden Darsteller zu bieten, so würde der Film ziemlich alt aus der Wäsche gucken. Die Action beschränkt sich auf die handelsüblichen Shootouts, wobei die Schlägerei in der Küche schon mal in Richtung Slapstick abdriftet. Der Horror ist für solche einer, die sich selbst jetzt noch beim Gewitter fürchten. Es gibt nebelige Straßen und einpaar große kläffige Wauwaus, bevor der Film voll auf die ganz große Abfahrt setzt und eine einzige große Verfolgungsjagd daraus macht, die erst mit dem Abspann endet.
In gewissen Momenten ist "Judge and Jury" leidlich unterhaltsam, doch macht die dargebotene Albernheit vieles wieder zunichte. 4 von 10 Punkten.