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Eine wahre, eine unglaubliche Geschichte - Valerie ist Agentin, seit Jahren erfolgreiche und hochgeschätzte Mitarbeiterin der CIA. Ihr Mann Joe ist Journalist und ebenfalls sehr erfolgreich, auch wenn er nicht immer die Ansichten seiner Frau, vielmehr die ihres Arbeitgebers teilt. Als die USA 2003 in den Irak einmarschieren, arbeitet das Ehepaar zum ersten Mal gemeinsam an einem Undercover-Auftrag, es geht um den Nachweis von Massenvernichtungswaffen, die diesen Krieg rechtfertigen könnten. Doch Saddam Hussein besitzt keine solchen Atomwaffen, den USA droht eine der größten Blamagen ihrer Geschichte.

Doug Liman erzählt in Fair Game die wahre Geschichte um ein Kapitel, das die US-Regierung am liebsten unter einem ganz dicken Teppich kehren möchte. Unterstützt wird dies durch Reden und Bilder der damaligen Machthaber und vor allem im Abspann durch die Aussage der wirklichen Valerie Palme, was der Story eine hohe Authentizität einbringt. Die Struktur von Liman fand ich allerdings weniger gelungen. Die erste Stunde ist eigentlich ein reinrassiger Politthriller, während sich die letzte halbe Stunde zu einem einzigen Familiendrama entwickelt, als die Obrigkeit zuschlägt und die Familie zusehends diskreditiert. Das hätte man bestimmt auch spannender gestalten können.
Anfangs baut man nämlich noch eine ganz andere Geschichte auf, da geht's um illegale Uranlieferungen aus dem Niger, Aluminiumröhren die zum herstellen waffenfähigen Plutoniums genutzt werden könnten oder eine Reihe von irakischen Wissenschaftlern die von der CIA außer Landes gebracht werden sollen. Viele dieser Plots werden recht lieblos abgehandelt, wenn nicht gar ganz fallen gelassen. Viel lieber wechselt man über zur Verschwörungstheorie und Joes Kampf um die Wahrheit und die Windmühlen der Regierung, die alles tut, um die eigenen Lügen zu vertuschen und Krieg zu führen.
Fair Game ist zwar sehr gut gespielt, wollte bei mir aber nicht zünden. Zu beschäftigt war ich nebenbei ein Baumdiagramm anzulegen, welche der zig Charaktere nun genau welche Funktion ausfüllt und auf welcher Seite steht. Das hat doch eher verwirrt, als das es unterhalten hat. Der Film hat dabei seine guten Momente und gibt sich auch erfrischend kritisch gegen Bush Junior und seine Spießgesellen, aber als Gesamtkonstrukt fand ich Fair Game insgesamt nur Durchschnitt.
5/10

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