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Bruce Willis spielt einen Polizisten, der nach einem missglückten Einsatz vorläufig kein Gehalt bekommt und daher eine wertvolle Baseballkarte verkaufen will, um die Hochzeit seiner Tochter finanzieren zu können. Als der Laden, in dem er seine Karte verkaufen will, schließlich unverhofft überfallen wird, wobei die Sammelkarte gestohlen wird, beginnt er mit seinem Partner, gespielt von Tracy Morgan, mit der Suche nach dem Straftäter, gespielt von Seann William Scott. Dabei geraten sie jedoch nicht nur an den Kleinganoven, sondern auch an das organisierte Verbrechen.

Nun kennt man Kevin Smith ja eher als Independent-Regisseur, der mit kleinen Budgets aber großen Ideen immer mal wieder Kultfilme wie "Clerks" hervorbringen konnte, mit "Dogma" die Gemüter mitunter erhitzte und zuletzt mit "Zack and Miri make a Porno" eine amüsante Komödie inszenierte. Da Smith bei "Cop Out" zwar über ein höheres Budget verfügte, aber erstmals auch über das Skript anderer Autoren, kann man seinen neusten Film kaum mit seinen vorherigen vergleichen. Denn innovativ oder unkonventionell ist das Buddy-Movie definitiv nicht geworden.

So ist die Story wild aus altbekannten Genre-Elementen zusammengewürfelt, ohne stringent oder gut ausbalanciert zu wirken. So erscheinen die beiden Hauptfiguren in ihrer Konstruktion und bei ihren Dialogen einem beliebigen Buddy-Movie entlaufen, ohne, dass sie wirklich an Profil gewinnen würden. Und auch der Plot drumherum ist nicht wirklich ausgeklügelt, eher stereotyp und vorhersehbar, was gleichermaßen für die Entwicklung der Rahmenhandlung rund um die verschwundene Baseball-Sammelkarte und das organisierte Verbrechen sowie für die schwierige Vater-Tochter-Beziehung, gilt, die ein ebenso absehbares Ende findet. Teilweise wollen die Handlungsfragmente auch nicht so richtig ineinander greifen, was dem Film ebenfalls klar angelastet werden muss, da so einige vermeidbare Brüche und Längen entstehen.

Für den nötigen Kurzweil sorgt "Cop Out" dennoch, was der zufrieden stellenden Gagdichte zu verdanken ist. So startet der Film mit zahlreichen Paukenschlägen und einem gelungenen Mix aus Situationskomik, Klamauk und amüsanten Dialogen, obwohl nicht alle Gags zünden. Im weiteren Verlauf ebbt Smiths Film dann leider immer weiter ab, da immer mehr Rohrkrepierer zustande kommen, was die Actionszenen aufgrund mangelnder Quantität und mittelprächtiger Qualität nur teilweise kompensieren können. Damit kommt "Cop Out", der ansonsten zügig erzählt ist, stellenweise aber etwas unglücklich geschnitten, leider nicht über das Mittelmaß hinaus und einen Kevin Smith hätte man für die Produktion im Übrigen auch nicht gebraucht.

Bruce Willis verkauft sich dabei in der Hauptrolle ziemlich gut, auch wenn er punktuell mal ein wenig unmotiviert wirkt. Willis ruft sein übliches John-McClane-Programm ab und ist dabei vor allem deswegen amüsant und weder nervig noch peinlich, weil er erst gar nicht versucht, lustig zu sein, dabei jedoch die notwendige Eigenironie für seinen Part zeigt. Außerdem spielt ihm der arg überdrehte Tracy Morgan, der teilweise ein wenig zu sehr wie ein Eddie-Murphy-Double erscheint, gut in die Karten, auch wenn der "30 Rock"-Darsteller gelegentlich nervt. Seann William Scott sorgt in seiner Nebenrolle für den einen oder anderen Lacher am Rande, wird aber von Smith nicht allzu geschickt ausgespielt.

Fazit:
"Cop Out" ist dank der spielfreudigen Darsteller und einer ordentlichen Gagdichte durchaus unterhaltsam, kommt jedoch nicht übers Mittelmaß hinaus, da die Story alles andere als innovativ oder ausgeklügelt ist und sich immer wieder Längen und Rohrkrepierer einschleichen. Von Kevin Smith hätte man durchaus mehr erwarten können.

61% 

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