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Ich bin ein sehr humorvoller Mensch und mag geistreichen Humor genauso wie absurde Situationskomik oder derbe Gags und trotzdem tue ich mich stets schwer dabei, eine Komödie zu bewerten.
Solche Filme stehen und fallen mit ihrem Humor - er ist der Hauptbestandteil einer Komödie. Drei, vier gute Pointen, bei denen der Zuschauer sich vor Lachen auf die Schenkel klopft, sind bei einer Laufzeit von 90 Minuten einfach zu wenig - Schmunzeln im 15-Minuten-Takt? Nein, danke!

Neben der reinrassigen Komödie ist es auch durchaus gang und gäbe, Humor mit einem zweiten Genre zu kreuzen, so wie es bei der Actionkomödie "Cop Out" mit Bruce Willis der Fall ist.

Leider ist es oft die Regel, dass sich die rauen Action-Heroes in Komödien schlicht und einfach blamieren, weder das Talent dafür haben und die Gags eher albern und klamottig sind.
Es gab schon Ausnahmen von dieser Regel, so wie beispielsweise Arnold Schwarzenegger als "Der Kindergarten-Cop".
Doch wenn ein testosteron-gestählter Ex-Rambo "Stop! Oder meine Mami schießt!" ruft, dann dürfte das Klientel einer solch kindischen Produktion nur aus Halbwüchsigen im Anfangsstadium ihrer Pubertät bestehen und entsprechend flach der Unterhaltungswert ausfallen.

Mit entsprechend niedrig geschraubten Erwartungen ging ich an Bruce Willis erneuten Ausflug ins Comedy-Fach heran und wurde von "Cop Out" von Anfang an mehr als angenehm überrascht und bestens unterhalten!

Regisseur Kevin Smith inszenierte mit leichter Hand und einem sicheren Gespür für Timing ein locker-leichtes Buddy-Movie, was sich selbst genauso wenig ernst nimmt wie das Genre, das es mit seinem teilweise derben Humor ordentlich auf die Schippe nimmt.
Die schwarz-weisse Konstellation des Cop-Duos wird von Bruce Willis und Comedian Tracy Morgan verkörpert, wobei sich beide den relativ geringen Anteil an Action gleichmäßig untereinander aufteilen, der meiste Spaßfaktor jedoch von Morgan ausgeht.
Das heisst nicht, dass Bruce keinen Sinn für Humor hat - im Gegenteil! In dieser schrillen Komödie wirkt er cool wie eh und je und hat sichtbar Mühe, angesichts der lustigen Dialoge und Wortduelle nicht selbst lauthals loszulachen.

Den Drehbuchautoren Robb und Mark Cullen ist es gelungen, den Charakteren mit all ihren kleinen liebenswerten Macken und Problemen Tiefe zu verleihen und ein gnadenloses Gag-Bombardement abzufeuern, dass die Schwarte kracht.
Geistreich ist diese Art von Humor nun wirklich nicht, dafür aber herrlich frech, respektlos und schräg. Eine gut dosierte Mischung aus derben Zoten und selbstironischen Gags, bei denen bekannte Filme nicht nur zitiert, sondern hemmungslos durch den Kakao gezogen werden. Und wer genug Sitzfleisch besitzt sollte während des Abspanns nicht gleich das Weite suchen, sondern sich an einer bizarren "Scream"-Parodie erfreuen.

"Cop Out" ist - gemessen an seinem Humor - eine Mischung aus "American Pie" und "Lethal Weapon" mit perfekter musikalischer Untermalung, die - auf die einzelnen Szenen abgestimmt - wie die Faust aufs Auge passt. Hinzu kommt Harold Faltermeyers Score, der mit seinen Synthesizer-Klängen an vergangene "Beverly Hills Cop"-Zeiten erinnert.

Die dünne Rahmenhandlung um mexikanische Drogengangs ist dabei zweitrangig und nur Mittel zum Zweck - und das ist auch gut so. Denn "Cop Out" funktioniert auch - wenn man sich mit dem Humor anfreunden kann - auch ohne übertriebene Actioneinlagen!

Ein herrlich abgedrehtes Vergnügen fürs Zwerchfell!

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