"Das neue Gebäude werden wir noch brauchen." ... "Nicht, wenn wir noch mehr Leute auf die Straße setzen."
Bobby Walker (Ben Affleck) gehört mit seiner Frau Maggie (Rosemarie DeWitt) und seinen beiden Kindern zur oberen Mittelschicht. Als leitender Manager verdient er genug, um sich neben einem gut ausgestatteten Heim auch einen Porsche und eine Mitgliedschaft bei einem Golf-Club leisten zu können. Doch durch die wirtschaftliche Rezension streicht sein Betrieb zahlreiche Stellen, was auch ihn selbst betrifft. Durch eine Vielzahl an Arbeitslosen und seine hohen Gehaltsvorstellungen fällt es ihm trotz Empfehlungen schwer, eine neue Stelle zu finden. Das Angebot eines handwerklichen Jobs von Jack Dolan (Kevin Costner), dem Bruder von Maggie, lehnt er zunächst ab.
Bobby's einstiger Abteilungsleiter Gene McClary (Tommy Lee Jones) sowie der nicht weit von der Rente entfernte Phil Woodward (Chris Cooper) sehen sich durch die wegrationalisierte Abteilung selbst bedroht und beginnen die kapitalistisch veranlagte Firmenpolitik anzuzuweifeln. Erfolglos bedrängt Gene immer wieder den Geschäftsleiter James Salinger (Craig T. Nelson) sowie die Personalverwalterin Sally Wilcox (Maria Bello), zu der er eine Affäre unterhält, von Entlassungen abzusehen.
Die Wirtschaftskrise erfasste die USA bekanntermaßen am härtesten. Der Plan der Regierung das Krisenloch mit Tonnen von Dollar zuzubetonieren, funktionierte nur sehr bedingt. Die Arbeitslosigkeit stieg auf ein immenses Hoch und ein Aufschwung war nicht in Sichtweite. "Company Men" erzählt in diesem angespannten Umfeld den Abstieg von drei erfolgsverwöhnten Arbeitnehmern, die sich einer Existenz- und Sinnkrise entgegen sehen.
Eindringlich zeigt "Company Men", welch enormen Einfluss Arbeitslosigkeit auf das Selbstwertgefühl des Einzelnen haben kann. In ruhigem, sachlichem Ton und einer teils sehr schwermütigen Atmosphäre erzählt das Drama die Auswirkungen von sozialen Einschränkungen und dem damit verbundenen Abstieg in der gesellschaftlichen Leiter. Vergleichbare Filme, wie "Das Streben nach Glück" befassen sich für gewöhnlich mit der unteren Gesellschaftsschicht. Insofern ist der Blick auf die gehobene Mittel- bis Oberschicht und deren Einbruch eine frische Perspektive, die jedoch aus dramaturgischer Sicht keine neuen Aspekte liefert.
Der Großteil des Films ist spürbar bedrückend und freudlos, aber immer wieder blitzen Tragik-Komik und typische Elemente des amerikanischen Erbauungsfilms durch. Während sich zu Beginn noch über die peinlich anmutenden Methoden von Motivations-Trainern amüsiert wird, wirken einzelne Szenen selbst wie auf Zelluloid gepresste Kapitel literarischer Werke aus der Abteilung Lebenshilfe. Dies schlägt sich auch auf das Ende des Films nieder, dass etwas zu glatt verläuft. Gerade dadurch verliert "Company Men" viel von seiner sonst akribisch aufgebauten, realen Intensität.
Leicht überfrachtet erscheint das Drama durch eine hohe Anzahl handlungstragender Figuren. Der Film hätte gut daran getan, seine Schar an Nebenfiguren etwas auszudünnen, um den drei zentralen Charakteren noch mehr Raum zu gewähren. Die vielen Nebenschauplätze liefern zwar das stimmige Umfeld, rauben aber mitunter die benötigte Zeit, um insbesonders die Verhältnisse von Phil Woodward verständlich auszuleuchten.
Mit Ben Affleck ("The Town", "Daredevil"), Chris Cooper ("Adaption"), Tommy Lee Jones ("No Country for Old Men"), Kevin Costner ("Mr. Brooks - Der Mörder in Dir") und Maria Bello ("Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers") ist "Company Men" hochkarätig besetzt. Die Zusammenarbeit zwischen Affleck, Tommy Lee und Costner bestimmen die stimmungsvollsten Szenen im Drama. Cooper und Bello haben dagegen das Pech zu wenig vor der Kamera agieren zu können. Für ein ausgefeiltes Schauspiel bleibt ihnen kaum Zeit, wodurch ihre Leistungen kaum sichtbar werden.
Das Drama um den Einfluss der Wirtschaftskrise auf den amerikanischen Arbeitsmarkt und drei betroffenen Personen ist greifbar und gemächlich erzählt. Durch viele Nebenfiguren und Verhältnisse ist nicht jedes Detail der Auswirkungen persönlicher Veränderung sichtbar, dennoch aber nachvollziehbar. Trotz der überwiegend schwermütigen Atmosphäre ist "Company Men" nicht völligst humorlos, sondern ab und an auch tragisch-komisch. Zum Strick wird dem Film sein zu glatter Abschluss. Mit einem konsequenten und ehrlichen Ende wäre die Intensität des beschriebenen sozialen und gesellschaftlichen Abstiegs verständlicher und realer ausgefallen. Knappe ...
7 / 10