Mitchell Altieri und Phil Flores, auch bekannt als die „Butcher Brothers“, liefern mit Vorliebe krankes Zeug ab, gepaart mit bizarren Erscheinungen und einer saudösigen Geschichte.
Diesmal sind sie etwas konsequenter und liefern gleich mehrere Storys innerhalb einer Erzählung ab, die im Zusammenhang zwar einige Logiklöcher hinterlassen, doch erstaunlich kompakt erzählt sind.
Es beginnt damit, dass die Typen aus der Biker-Gang „The Crew“ mit ihren Freundinnen an einem abgelegenen Waldhaus Geburtstag feiern. Als sich die Party dem Ende neigt und nur noch wenige Leute anwesend sind, kehrt die blutüberströmte Michelle (Tiffany Shepis) zum Haus zurück und beißt einen Anwesenden in den Hals. Sofort versuchen die übrigen Leute um Cody und Q die offenbar Besessene zu fixieren, doch sie ahnen noch nicht, dass eine Gruppe von Rockabillys in den Startlöchern steht…
Wir erfahren recht früh, dass ungestüme Gewaltausbrüche bei den fast harmlos aussehenden Typen an der Tagesordnung sind und Cody bereits im Knast war, was die Zugänglichkeit nicht unbedingt erleichtert. Da kommen die Damen wesentlich sympathischer rüber wie Q`s Freundin Shade oder Michelles Schwester Megan, die Cody seinerzeit Briefe ins Gefängnis schickte. Zwar schimmert bei Cody auch eine sensible Ader durch, doch durch welchen Vorfall er und Q ein wenig zerrüttet sind, wird lediglich angedeutet.
Die Geschichte greift im Verlauf gleich mehrere Genre auf und streut Anlehnungen an Exorzismus-Filme ein, bietet Rahmenbedingungen des Slashers, um schließlich auch ein wenig die Intruder/Torture-Thematik einzubringen.
Interessant ist bei alledem, dass sich alles recht ominös gestaltet, da es für etwaige Vorgänge kaum Background gibt. Es finden sich Andeutungen an den Scheiben eines alten Einsiedlers in Form blutiger Symbole, es gibt Zeitungsausschnitte von vermissten Personen, aber nichts, was die Besessenheit von Michelle erklärt, da etwas, vielleicht ein Dämon oder der Teufel persönlich, Besitz von ihrem Körper ergriffen hat.
Im letzten Drittel wird es gar richtig grotesk, als mit einem Schlag die Rockabillys auf den Plan treten und unter dem Wortführer Vernon (Joe Egender) ein paar fiese Spielchen veranstalten. Die Typen scheinen offenbar den Fünfzigern entstammen zu sein und sind hinter dem her, was in Michelle ist, doch was es mit dem Pakt des alten Einsiedlers auf sich hat, bleibt genauso nebulös wie die dunkle Macht hinter all dem.
Dazu passt irgendwo auch der verwirrende Abgang, bei dem man gedanklich fast schon in Richtung Aliens abdriften könnte.
Demnach ist der komplette Streifen etwas merkwürdig, bietet gegen Ende skurrile Gestalten mit debilen Verhaltensweisen und viele Rock n Roll Songs, die nicht immer in passender Situation eingesetzt werden, auch wenn das, in direkter Anlehnung an „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ den Zeitgeist der Fünfziger ein wenig heraufbeschwört.
Spannende Szenen sind dennoch gegeben und vor allem punktet ab und an die klaustrophobische Atmosphäre, die fast ein wenig mit einer Endzeitstimmung vergleichbar ist.
Darstellerisch stechen vor allem Tiffany Shepis in ihrer Paraderolle als besessenes Flittchen und Joe Egender als gnadenlos overactender Rockabilly mit äußerst bedrohlicher und unberechenbarer Präsenz hervor. Aber auch die übrigen Mimen erledigen ihren Job recht ordentlich.
Auch auf der Gewaltschiene wird gelegentlich satt zugeschlagen, denn die solide gestalteten Effekte implizieren einen Kehlenschnitt, eine Leiche mit halbem Schädel, diverse Tritte und Schläge, abgetrennte Finger und einige Messerstiche.
Handwerklich gestaltet sich die Inszenierung recht passabel, da ist ein deutlicher Fortschritt in der Arbeit der Regisseure auszumachen.
Ob der Stoff allerdings die breite Masse an Horrorfans erreichen wird, bleibt fraglich, da der Streifen letztlich doch einige eklatante Fragen unbeantwortet lässt und besonders ganz am Ende komplett offen bleibt, was das weitere Schicksal der Protagonisten betrifft.
Anderweitig bietet die Erzählung abwechslungsreiche, straff inszenierte Kost mit einigem Blutvergießen und kurzen Nackteinlagen, ordentlichen darstellerischen Leistungen und einer ungewöhnlichen Atmosphäre.
Zumindest kein austauschbarer Einheitsbrei, der nach wenigen Tagen bereits vergessen ist…
6 von 10