Review

Buried - Lebendig begraben ist DER Höhepunkt  des Thriller-Genres der letzten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte.

Ryan Reynolds (Sohn oder Enkel von Burt, wenns auch nur im Geiste ist.....) spielt schlicht fantastisch und liefert eine Leistung ab, die seinesgleichen sucht, höchstens James Franco in 127 Hours ist da vergleichbar. Das ganze Spektrum: Angst, Verzweiflung, Kampfgeist, Euphorie, Zynismus etc. wird von ihm abgedeckt.

Was hier an filmischer Klasse (seitens des Filmteams), sensationellen Sound-Design und Kamera-Arbeit sowie der innovativen Geschichte (die konsequent durchgezogen wird) geboten wird, ist beispielhaft.

Es gibt nicht viele Filme, die so effektive Spannung erzeugen, die eine Grundidee derart gut ausbalancieren. Das Dilemma des Paul Conroy im Sarg reicht schon aus, aber die Bürokratie, die ihm zu schaffen macht, ist für mich der eigentliche Horror, denn die roboterhafte Unmenschlichkeit seiner "Telefonkontakte" macht ihn völlig fertig. Der Film kann auf diese Leseart auch als Gesellschaftskritik betrachtet werden, man ist nur eine Nummer im Handy oder im Internet (deshalb wird Paul am Anfang auch nach seiner Soz.Vers.Nr. gefragt..... VERDAMMT! DER TYP IST LEBENDIG BEGRABEN!!!).

Auch die Aspekte Terrorismus, Irak-Krieg scheinen durch, eine gewisse UR-ANGST des durchschnittl. Amerikaners. Was macht ein Working Class Typ im Irak, fragt sich die Figur sicher auch.

Wer die Möglichkeit hat, den Audiokommentar des Regisseurs Rodrigo Cortés zu sehen, sollte dies tun! Darin erklärt er vor allem die technischen Aspekte der Dreharbeiten.

Kurzum: Wenn Alfred Hitchcock noch leben würde bzw. in seinen jungen Jahren die Gelegenheit gehabt hätte, das Drehbuch zu verfilmen, ich wette, er hätte es getan. Wie, das steht auf einem anderen Blatt. Aber allein der Vergleich mit dem Großmeister adelt den Film. (Und ich hasse solche "KULTFILM" und "wie HITCHCOCK"  Prädikate.....)

Mein Fazit: Den Kopf nicht in den Sand stecken, Film anschaun!

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