Review

Buried – Lebendig begraben (2010)

Kann ein Film funktionieren der lediglich mit einem einzigen Darsteller auskommt?
Kann ein Film begeistern der nur an einem einzigen Ort – einer Holzkiste – spielt?
Kann mich ein Film mit diesen minimalistischen Voraussetzungen 90 Minuten unterhalten und dann noch spannend sein?
Unmöglich dachte ich und wurde gnadenlos eines Besseren belehrt.

Zur Story: Paul Conroy wacht auf und findet sich in einer vergrabenen Kiste wieder.
Er hat keine Ahnung wie er da rein gekommen ist und hat lediglich ein Handy um das herauszufinden und um Hilfe anzufordern.

Die Idee des ganzen Filmes ist schon krass und verdient meinen Respekt, vor allem weil das Konzept von Anfang bis zum Ende voll durchgezogen wird. Regisseur Cortes holt alles aus dem überschaubaren Set heraus und lässt den Zuseher mitleiden als läge man selbst in dieser verfluchten Kiste.

Am Anfang des Filmes wollte ich auch noch nicht so ganz wahrhaben, daß selbiger wirklich nur in dieser Kiste spielt. Irgendwann muß es doch mal Außenaufnahmen oder Rückblenden geben, dachte ich. Doch nach einiger Zeit denkt man gar nicht mehr darüber nach, was da draußen ist, sondern will lieber sehn was Paul mit dem Handy erreichen kann. Bis zum Schluß bleibt es spannend und auch das Ende ist stark. Einige Unstimmigkeiten bzw. unlogische Aktionen fielen mir auf z.B. wieso er ständig das Feuerzeug benutzt obwohl Sauerstoffmangel herrscht, aber alles noch im Rahmen.

Das der Film so gut funktioniert ist auch der hervorragenden Leistung von Ryan Reynolds zu verdanken. Er spielt sehr überzeugend und lässt uns an seiner misslichen Lage emotional teilhaben. Obwohl durch die spärliche Beleuchtung nicht viel zu erkennen ist, spürt man immer wie Paul gerade drauf ist und kann seinen Gefühlszustand stets nachvollziehen. Den Anruf bei seiner an Alzheimer erkrankten Mutter fand ich besonders bewegend.

„Buried“ ist ein Geheimtipp der vermutlich nur beim ersten Sehen fesseln wird – aber dann ordentlich. Selten habe ich so mit einer Figur mitgefiebert und mich nach Sonnenlicht gesehnt. Ein nicht perfekter aber einzigartiger Film.

Mittendrin statt nur dabei 8/10

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