Review

"Wer noch atmet kann noch kämpfen."

Im Jahr 2039 haben Kriege einen großen Teil der Zivilisation zerstört. Statt Regierungen haben Konzerne die Leitung über die Kontinente übernommen. Zu den größten und mächtigsten gehört der Tekken Konzern, dessen Leiter Heihachi Mishima (Cary-Hiroyuki Tagawa) das King of Iron Fist Turnier ins Leben gerufen hat. Der Kampfsportwettbewerb soll die Massen bei Laune halten und verspricht dem Sieger Wohlstand und Anerkennung.
Bei einer Razzia des Konzerns wird die Mutter des Straßenkämpfers Jin (Jon Foo) getötet. Er macht Heihachi Mishima für ihren Tod verantwortlich und schwört ihm blutige Rache. Der einzige Weg um in Heihachi's Nähe zu gelangen erscheint ihm die Teilnahme an dem Turnier. Während den Ausscheidungskämpfen gegen Marshall Law (Cung Le) erhält er Unterstützung durch den ehemaligen Iron-Fist-Kämpfer Steve Fox (Luke Goss) sowie Christie Monteiro (Kelly Overton). Diese hat er auch bitter nötig, denn Tekken stellt mit Nina Williams (Candice Hillebrand), Anna Williams (Marian Zapico) und Bryan Fury (Gary Daniels) seine Elite Kämpfer auf.

Bereits drei Videospiele der Sparte Beat'em Up haben das Licht der Kinoleinwand erblickt. Das trashige "Street Fighter" tat den Anfang, gefolgt von dem ernsteren "Mortal Kombat" und einige Jahre später dem körperbetonten "Dead or Alive". "Tekken" ist eine weitere Verfilmung dieser Gattung und zieht scheinbar aus jedem der genannten Filme etwas heraus.

Die Verfilmung orientiert sich an den Gegebenheiten des Spiels. Bedeutet, sie verwendet Charaktere, Kampfstile und Benennungen, bildet sie aber nicht eins zu eins ab. So ist Tekken plötzlich ein Konzernname und einige Figuren wechseln ihren Kampfstil oder ihre Zugehörigkeit. Ungenauigkeiten, die Verfilmungen mit sich bringen und auch bei anderen Videospiel- oder auch Buchverfilmungen auftreten. Kann man sich dran stören, muss man aber nicht.
Schwieriger zu übersehen sind die mäßige Handlung, peinliche Dialoge und farblose Figurenzeichnungen. So ziemlich jeder Kampfsportfilm kämpft in diesen Kategorien mit sich selbst, dies ist bei "Tekken" nicht anders. Zumindest ansatzweise sind versuche eine Welt anhand einer düsteren Zukunftsvision aufzubauen, und darauf eine Handlung aufzusetzen, erkennbar. Die meisten Ansätze werden jedoch nicht zu Ende verfolgt.

Die Kämpfe und Stunts von "Tekken" sind, kurz zusammengefasst, solide. Spaß entsteht, wo Bewegungen der Charaktere direkt aus dem Spiel erkennbar sind. Auch die unterschwellige Ernsthaftigkeit und die mit zunehmender Laufzeit härter und blutiger werdenden Zweikämpfe verbreiten eine gewisse Intensität, wobei hierbei durch eine wacklige Kameraführung nicht alle Möglichkeiten genutzt werden.
Abwechslung entsteht durch variantenreiche Kämpfe. Selbst kurze Sequenzen mit Waffen kommen vor, obwohl sie so nicht viel mit der Spielereihe zu tun haben. Ebenso Actionsequenzen außerhalb der Arena. Hier kommt jedoch trotz wilder Feuergefechte und Explosionen keine wirkliche Stimmung auf.

Ein Film zu einem Spiel verlangt nach dessen Charakteren. Zu den oben genannten gesellen sich Kazuja, Jun Kazama, Sergei Dragunov, Raven, Miguel Rojo, Yoshimitsu sowie Eddie Gordo. Diese Menge an Figuren lässt es kaum zu sich mit mehreren von ihnen zu befassen. Für gewöhnlich kreist das Geschehen um Jin und Christie Monteiro, beiläufig kommen auch Kazuja und Heihachi Mishima zum Zuge. Den restlichen Charakteren wurde nicht sonderlich viel Zeit spendiert. Daher ist es kein Wunder, dass eine emotionale Bindung nicht stattfindet.
Trotzdem entsteht ein großer Teil der Spielatmosphäre durch die mehr oder weniger gut angeglichenen Darsteller zu den Figuren der Spielreihe. Die Outfits sind ansprechend und an die jeweilige Konstitution eines Schauspielers angepasst. So fallen die schauspielerische Schwächen der teils unbekannten Darsteller nicht weiter auf. Etwas verwunderlich ist die nur wenige Sichtbarkeit von Gary Daniels ("The Expendables"), dem einzigen international bekannteren Darsteller. Cary-Hiroyuki Tagawa ("Mortal Kombat", "Hachiko") und Jon Foo ("Revenge of the Warrior") haben hier mehr Spielraum.

Nichts Neues im Genre der Beat'em Up-Verfilmungen. Eine knappe Rahmenhandlung und blasse Charaktere zeichnen auch schon die drei vergleichbaren Kampfsport-Videospiel-Verfilmungen aus. Ein Totalausfall ist "Tekken" deswegen jedoch nicht, denn unterhalten kann er, trotz der nur soliden Inszenierung der Zweikämpfe. Am Ende verhilft die Verbundenheit zu den Figuren, die recht gut getroffen sind, zur Zufriedenstellung.

7 / 10

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