Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 13.09.2011

Teil 2 war mit seinem Kitschfinale ja schon ein Fremdschämer im Abgang, der Nachfolger hat aber eindeutig den heftigsten Wegguckmoment an Bord: "Ich bin der vollkommenste Kämpfer der Welt", raunt Boyka auf dem Steinbruch und erwartet vom Zuschauer ein intuitives Verständnis für seine Motivation, provoziert damit aber eher Lachsalven.

Ansonsten ist auch "Undisputed III" wieder eher ein Kandidat zum Staunen als zum Lachen. Florentines Inszenierung nähert sich deutlich dem poppigen Spektakelwert diverser Turnier- und Beat-em-Up-Verfilmungen an und verlässt damit einerseits das unterschwellige "Keine Regeln"-Flair des Vorgängers, was ein bisschen schade ist; andererseits ist "Undisputed III" der ungleich temporeichere Film, sobald er einmal warm gelaufen ist.

Sehr gut geglückt ist die Wandlung von Scott Adkins vom Antagonisten zum Protagonisten. Mühelos verwandelt Florentine ihn vom Fiesling zur Identifikationsfigur, was auch den besonderen Reiz dieses Films ausmacht. Auch sein Hauptgegner ist ein Glücksgriff, nicht nur technisch, gerade von seiner überheblichen Ausstrahlung her macht er richtig was her und lehnt sich leicht an den Street-Fighter-Charakter "Vega" an (so nah an der Figur war der Vega aus der letzten Street-Fighter-Verfilmung allenfalls in seinen Träumen). Etwas unglücklich der Einbau des Sidekicks, der anfangs wie ein Endgegner aufgebaut wird. Als solcher hätte er im Leben nicht getaugt, so ist es erfreulich, dass sich die Seiten zur Mitte hin etwas wechseln.

Ansonsten gibt es wieder massig edle Choreografien mit geschmackvollen Zeitlupeneinlagen, die alleine schon die Sichtung wert sind - inklusive Capoeira-Einlage, die von mir aus gerne öfter in Kampfsportfilme eingebaut werden dürften.

*weitere Informationen: siehe Profil

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